Teilhabe am Arbeitsleben – Zugänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt

Digitale Fachveranstaltung

Teilhabe am Arbeitsleben – Zugänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt

Das Ziel des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) ist es, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes und personenzentriertes Leben zu ermöglichen und ihre Teilhabe an der Gesellschaft zu stärken. Im Bereich der Teilhabe am Arbeitsleben „sollen vor allem den Menschen mit Behinderungen, die heute einen Anspruch auf Leistungen in einer WfbM haben, Chancen außerhalb der Werkstatt eröffnet werden“ (BT-Drs. 18/9522: 194).

Die Veranstaltung zeigte anhand verschiedener Stationen im Berufsleben Zu- und Übergangsmöglichkeiten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt auf.

Zunächst wurde das Projekt „Übergang Schule und Beruf“ (ÜSB) aus Schleswig-Holstein vorgestellt, das Möglichkeiten der Begleitung für Menschen mit Lernschwierigkeiten im Anschluss an die Schule aufzeigte und dabei den Fokus auf eine unterstützte, aber selbstbestimmte Entscheidungsfindung in den Vordergrund rückte. Im Anschluss stellte sich die gGmbH Perspektiva vor und erörterte in einem Interview mit einem Budgetnehmenden das Budget für Ausbildung nach § 61a SGB IX erste Praxiserfahrungen. Hieran anknüpfend wurde das Modellprojekt „TalentPASS“ zu alternativen Berufsqualifizierungen in Trägerschaft der Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung mit einem Talentpass-Nutzenden vorgestellt. Außerdem wurden die Vorteile der Anerkennung schon bestehender Kenntnisse für Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hervorgehoben. Schließlich wurde das Projekt vom LWL-Inklusionsamt Arbeit mit dem Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss – Schule“ (KAOA-Star) vorstellig, dass die Notwendigkeit einer zeitlich früh greifenden Begleitung von Schülerinnen und Schülern unterstrich.

Im nächsten thematischen Schwerpunkt wurde der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen, die sich bereits im Erwerbsleben befinden, thematisiert und die Umsetzung des Budgets für Arbeit nach § 61 SGB IX in der Praxis skizziert. Zudem bekamen die Teilnehmenden die Möglichkeit, in drei parallelen Vorträgen Beratungsstrukturen mit verschiedenen Schwerpunkten kennenzulernen – alle mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen. Darüber hinaus wurde der Inklusionsbetrieb „Discovering Hands“ aus Mülheim an der Ruhr vorgestellt.

Der dritte thematische Schwerpunkt konzentrierte sich auf das Leben von Menschen mit Behinderungen nach dem Berufsleben. Anhand des Projektes „Ruhestandslotsen“ des Caritas-Verbands Konstanz e. V. wurden Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe nach dem Berufsleben aufgezeigt. Zudem gab es im Anschluss nach einem Impulsbeitrag zu den Konsequenzen des demografischen Wandels für die Eingliederungshilfe für die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in kurzen Arbeitsgruppenphasen dazu auszutauschen und Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion, die Leistungsträger, Leistungserbringer und Leistungsberechtigte zusammenbrachte und Stellung zu den einzelnen Themenschwerpunkten der Veranstaltung nahm. Insbesondere zum Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand sahen viele Akteure noch Änderungsbedarf, um Menschen mit Behinderungen auch im Alter ein Leben mit Teilhabemöglichkeiten zu gewährleisten. 

Präsentationen

Hier finden Sie die Präsentationen der Vorträge im PDF-Format. Die Präsentationen sind nicht barrierefrei. Barrierefreie Versionen werden demnächst zur Verfügung gestellt.

 

Vortrag: Modellvorhaben ÜSB-INKLUSIV der Bildungsketten-Initiative in Schleswig-Holstein
Referierende: Martina Fey, Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein; Bernd Prezewowsky, BESA - Beratung und Entwicklung Sozialer Arbeit, Glücksburg

 

Vortrag: Budget für Ausbildung  Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen § 61a SGB IX

Referierende: Jennifer Sieger, Gemeinnützige Perspektiva GmbH, Koordinatorin Budget für Ausbildung; Roman Dietrich, pädagogischer Begleiter; Jonas, Auszubildender

 

Vortrag: Das Modellprojekt TalentPASS – Potentiale aufdecken, anerkennen und weiterbilden

Referierende: Jan Siefken, Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung; Marcel Haack, TalentPass-Nutzer

 

Vortrag: Kein Abschluss ohne Anschluss (KAOA-Star) – Schule trifft Arbeitswelt
Referierende: Johanna Korte, LWL-Inklusionsamt Arbeit

 

Vortrag: Das HePAS-Projekt „Bewerbung und Evaluation des Budgets für Arbeit in Hessen“
Referierender: Jörg Heyer, LAG WfbM Hessen e.V.

 

Vortrag: Netzwerk Arbeit Inklusiv: Inklusionslots*innen – Ein niedrigschwelliges Beratungsangebot
Referierende: Katja Fisch, AWO Bezirksverband Potsdam e.V.

 

Vortrag: Betriebliche Integration für Menschen mit Unterstützungsbedarf
Referierende: Karsten Lutz, Leiter JobWERK Kaiserslautern, Matthias Render, JobWERK Kaiserslautern

 

Vortrag: iXNet – Beratung für Akademiker*innen mit Behinderung
Referierende: Tatjana Schweizer, Bundesagentur für Arbeit

 

Vortrag: Discovering Hands – Inklusionsunternehmen
Referierende: Melanie Fromm, Discovering Hands; Filiz Demir, Medizinische Tastuntersucherin, Discovering Hands

 

Vortrag: Projekt Ruhestandslotsen des Caritas-Verbands Konstanz e. V.
Referierende: Thomas Rick, Leiter Service- und Beratungsstelle, Projekt Ruhestandslotsen

 

Vortrag: Impulsbeitrag zum Thema Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand
Referierende: Natalia Moussavi, wissenschaftliche Referentin, Projekt Umsetzungsbegleitung BTHG; Riccarda Freund, wissenschaftliche Referentin, Projekt Umsetzungsbegleitung BTHG

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