Beteiligen

Allgemeine Beiträge und Fragen zum BTHG

Sie haben allgemeine Anmerkungen oder Fragen zum BTHG? Sie möchten zusätzliche Informationen zu Intention, Hintergrund oder Regelungsinhalten? Dann geben Sie hier Ihren Beitrag ein.
Die Antworten finden Sie ab Anfang März im BTHG-Kompass.

Verfassen Sie einen Beitrag zu einem Dokument oder einem speziellen Kapitel, indem Sie das jeweilige Dokument öffnen. Klicken Sie auf "Reden Sie mit", wenn Sie allgemeine Anmerkungen oder Fragen zum Thema haben. Unter "Beiträge" finden Sie veröffentlichte Beiträge anderer Nutzer, die Sie unterstützen können.

Allgemeine Beiträge und Fragen zum BTHG Dokument öffnen und Beitrag verfassen

Welche Themen im Rahmen der Umsetzung des BTHG interessieren oder bewegen Sie besonders? Was beschäftigt Sie in Ihrer beruflichen Praxis aktuell am meisten? Hier haben Sie die Gelegenheit, diese Beiträge einzustellen.

    Hier sehen Sie die Beiträge, die von anderen Nutzerinnen und Nutzern eingereicht und veröffentlicht wurden. Sie können diese Beiträge unterstützen und ihnen damit mehr Gewicht verleihen.

    Beitrag #1074

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:

    Gemäß §131 Abs. 2 SGB IX wirken die durch Landesrecht bestimmten maßgeblichen Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen bei der Erarbeitung und Beschlussfassung der Rahmenverträge mit.

    Was bedeutet das konkret? Ergibt sich daraus auch ein Stimmrecht für die Interessenvertretung oder gar ein Vetorecht?

    Beitrag #1073

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:

    Wir haben als Leistungsanbieter zwei stationäre, geschlossene Einrichtungen im Rahmen der Eingliederungshilfe § 53/54 SGB XII. Die Menschen sind nach § 1906 BGB untergebracht. Ziel unserer Arbeit mit den Leistungsberechtigten bildet, trotz geschlossener Unterbringung Teilhabe zu erarbeiten und zu ermöglichen und sie soweit zu stabilsieren, dass die geschlossene Unterbringung beendet werden kann und die Leistungsberechtigten für sich und aus freiem Willen die Maßnahme fortsetzen können. Bisher wurde die Maßnahme als Eingliederungshilfeleistung für den Leistungsberechtigten finanziert, wobei auch schon jetzt zur Diskussion stand, ob geschlossene Unterbringung Bestandteil der Eingliederungshilfe ist.

    Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Änderungen BTHG, der UN- Behindertenkonvention, der Trennung von Fachleistungen- existenzsichernde Leistungen, dem Teilhabe- und Selbstbestimmungsgedanken steht erneut die Frage im Raum, ob geschlossene Unterbringung weiter Bestandteil der Eingliederungshilfe sein kann? Geschlossene Unterbringung steht laut einigen Experten im Widerspruch zur Teilhabe nach dem BTHG und ist weder Eingliederungshilfe- noch Pflegeleistung. Sie stellt eine gesonderte Hilfe dar und müsste auch gesondert finanziert werden.

    Welche Überlegungen, gesetzlichen Regelungen oder Bestimmungen gibt es zur geschlossenen Unterbringung  nach §1906 BGB, in der Umsetzung BTHG?

    Beitrag #1071

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 2

    Welche Menschen mit Behinderungen erhalten Eingliederungshilfe? Ist es richtig, dass nicht jeder Mensch mit Behinderungen Eingliederungshilfe bezieht?

    Beitrag #1070

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 23

    Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) sieht einen Bestandsschutz (§ 150 SGB IX) bei der Einkommensanrechnung für diejenigen Fälle vor, „in denen sich ausnahmsweise zum Tag des Systemwechsels [01.01.2020] eine höhere Eigenleistung ergeben würde“. Betroffen hiervon sind u.a. blinde und schwerstpflegebedürftige Menschen mit einem Pflegegrad 4 oder 5, deren besondere finanzielle Belastungen bislang durch die Regelung des § 87 Abs. 1 SGB XII berücksichtigt wurden (Beschränkung des Eigenbeitrags auf max. 40% des die Einkommensgrenze übersteigenden Einkommens).

    Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) beantwortet hierzu in den Fragen und Antworten zum BTHG (Stand 21.09.2018) die Frage „Welche Schutzwirkung entfaltet die Besitzstandsregelung konkret?“ wie folgt:

    Mit der Übergangsregelung in § 150 SGB IX (Besitzstandsregelung) wird sichergestellt, dass Menschen mit Behinderungen durch den ab 1. Januar 2020 aufzubringenden Beitrag nicht höher belastet werden als nach dem bis zum 31. Dezember 2019 geltenden Recht. Diese Regelung gilt nur für Personen, die allein durch den Systemwechsel vom 31. Dezember 2019 zum 1. Januar 2020 (bei „unveränderten Verhältnissen“) eine höhere Eigenleistung erbringen müssten. Auch für diejenigen, die bis zum 31. Dezember 2019 keine Eigenleistung erbringen müssen und nach dem neuen Recht ab 1. Januar 2020 einen Beitrag aufbringen müssten, gilt die Besitzstandsregelung.

    Die Besitzstandsregelung gilt jedoch nicht für Personen, die über den 31. Dezember 2019 hinaus Eingliederungshilfe beziehen und deren Einkommen sich zu einem späteren Zeitpunkt erhöht.

    Die Antwort lässt keinen Interpretationsspielraum übrig: Eine simple Einkommenserhöhung, die der Leistungsberechtigte z.B. im Falle einer Tariferhöhung oder bei angeordneten Überstunden nicht einmal verhindern kann, kostet den Bestandsschutz. Das wird i.d.R. wenige Monate nach dem 01.01.2020 der Fall sein mit der Folge, dass der Leistungsberechtigte dann doch in die höchst nachteilige neue Einkommensanrechnung gezwungen wird.

    Das BMAS muss daher vor 2020 eine Korrektur des BTHG vornehmen, die sicherstellt, dass der betroffene Personenkreis zumindest nicht schlechter gestellt wird im Vergleich zum bis Ende 2019 gültigen Recht, wenn schon das BMAS nicht in der Lage war, auch für diesen Personenkreis Verbesserungen herbeizuführen. Selbstverständlich betrifft diese Forderung auch Leistungsberechtigte, die erst nach 2019 Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten werden.

    Ein wie oben formulierter Bestandsschutz schafft nicht das Vertrauen, das man mit diesem Begriff allgemein verbindet und auch erwartet.

    Beitrag #1069

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 4

    Ist es richtig, dass für Leistungen nach dem Artikel 1, Teil 1, Kapitel 1 – 14 BTHG die §§ 19 und 20 (Teilhabeplan, Teilhabekonferenz) nach Artikel 1, Teil 1, Kapitel 4 BTHG anzuwenden sind solange sich Leistungen des BTHG nicht mit Leistungen aus Teil 2 und Teil 3 überschneiden?

    Beitrag #1068

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:

    Ist es richtig, dass für Leistungen der Eingliederungshilfe nach Artikel 1, Teil 2, Kapitel 1 – 7 nach wie vor die Gesamtplanung nach Artikel 1, Teil 2, Kapitel 7 zur Anwendung kommt?

    Beitrag #1066

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 3

    Guten Tag, das Thema unterstütze Elternschaft hat ja mit dem BTHG eine Qualifizierung erfahren. Was bedeuten die rechtlichen Änderungen? Vielen Dank.

    Beitrag #1064

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 2

    Muss ich als Rentenempfänger ab 2020 mein Mittagessen in der WfbM (Arbeitsbereich) aus meiner Rente selber bezahlen? Dann habe ich im Monat weniger Geld als jetzt? Oder steht mir auch ein Mehrbedarf zu und ich erhalte finanzielle Unterstützung für das Mittagessen in der Werkstatt?

    Beitrag #1063

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 11

    Ich bin gesetzliche Betreuerin für mehrere Menschen, die im Rahmen der Kostenübernahme durch den LWV Hessen in die Eingruppierung der Eingliederungshilfe fallen, und als solche in einer Einrichtung leben. Nun wurde seitens der Einrichtung mitgeteilt, dass für die Betreuten ein Girokonto bei einer Bank einzurichten ist, da in der Folge des neuen BTHG die Verwaltung des Heimtaschengeldes nicht mehr über die Verwaltung der Einrichtung geschehen dürfe.

    Dies wäre aus meiner Sicht zum deutlichen Nachteil der Heimbewohner, da es regional keine Bank gibt, die solche Konten geführenfrei führt. Das würde heißen von dem Heimtaschengeld in Höhe von ca. 110,00 € mtl. ist eine Gebühr von mindestens 3,-- mtl. zu entrichten, d.h. im Jahr 36,--€. Das kann nicht im Sinne der sowieso schon Benachteiligten sein. Hierzu bitte ich um Überprüfung, wie auch um Rückantwort.

    Beitrag #1062

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 3

    Uns bewegt aktuell folgende Frage im Kontext der Öffnung der WfBM für Andere Anbieter §60 SGB IX :

    Wir sind als Träger angetreten eine Zahl von ca. 30 Beschäftigungsmöglichkeiten in dezentralen Arbeitsprojekten am ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Wir sind der Überzeugung, dass wir die Sonderwelten der Werkstätten nur dann überwinden können, wenn wir stattdessen Arbeitsprojekte schaffen, die in realen Arbeitsbezügen angesiedelt sind. Unser eigenes Hotel und mehrere gastronomische Objekte zeugen hiervon.

    Nun haben wir festgestellt, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für sog. Andere Anbieter identisch mit denen der Werkstattträger sind.

    Wenn wir die o.g. 30 Plätze umsetzen würden, würde uns u.a. eine 0,25 VZ-Stelle für den Sozialdienst zur Verfügung stehen. Das sind 9,75 Stunden pro Woche.

    Da wir in unserer Konzeption wie o.g. von kleinen Satellitenbetrieben ausgehen, müsste der Sozialdienst mobil aufgestellt sein. Kein Problem.

    Wenn man die Annahme trifft, dass diese Person aber nicht vollkommen ohne Dienst- und Fallbesprechung sein sollte und zusätzlich die notwendigen Fahrtstrecken einkalkuliert, verbleibt eine sehr geringe Zeit von wenigen Minuten pro Monat und Rehabilitant. Der Sozialdienst verdampft sozusagen auf den Wegstrecken zwischen den Einsatzorten.

    In einer Werkstatt geht er einfach fallbezogen von Raum zu Raum und hat sein eigenes Büro. Ein Sozialdienst findet demnach bei der Konzeption kleiner Einsatzbetriebe faktisch nicht statt.

    Nahezu ähnlich verhält es sich im Arbeitsbereich. Der Fachkraftschlüssel von 1:12 ist für Projekte mit personell großen Einsatzbereichen machbar. Ein gastronomisches Projekt bspw. hat aber nur in den seltensten Fällen einen so großen Personalbedarf (die Menschen sind Vollzeit da!). Im Gegenteil: Die kleinen Projekte zeichnen sich ja gerade darin aus, dass eben nicht 10 oder 15 psychisch kranke Menschen auf einem Haufen arbeiten (Stichwort Sonderwelten).

    Unsere Konzeption mit kleinen Einsatzbetrieben mit jeweils 3-4 Werkstattplätzen würde somit in finanzieller Hinsicht bedeuten, dass wir diese Projekte ohne Sozialdienst und zu 70-80% ohne Arbeitsanleitung durchführen müssten.

    Um wirtschaftlich profitabel zu sein, müssten die Kosten hierfür durch Profite in anderen Bereichen erwirtschaftet werden. Integrationsbetriebe scheiden hier aus, da die Kostensituation hier noch prekärer ist und darüber hinaus ein starker Creaming-Effekt in der Klientenauswahl nötig ist, um keine roten Zahlen zu schreiben.

    Mir fehlen aktuell die Ideen, wie wir unsere Ideen wirtschaftlich solide umsetzen sollen.

    Daher meine Prognose: Unter den jetzigen Rahmenbedingungen werden vor allem Träger den §60 SGB IX umsetzen, die im Kern nichts anderes anbieten als die jetzigen Werkstätten: Große Gruppen in großen Hallen.

    Gerade Träger von SGB II Maßnahmen haben oft große Hallen mit Metallwerkstätten, Schreinereien etc. herumstehen. Dort ist es ein leichtes Unterfangen, solch ein Werkstattangebot zu machen und das als Ko-Finanzierung zu nutzen. Ob das im Sinn des BTHG ist?

    Aber vielleicht schätze ich die Sache auch gerade falsch ein?

    Was denken Sie zu diesen Ausführungen?

    Gibt es positive Zeichen die ich übersehen habe?