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Allgemeine Beiträge und Fragen zum BTHG

Sie haben allgemeine Anmerkungen oder Fragen zum BTHG? Sie möchten zusätzliche Informationen zu Intention, Hintergrund oder Regelungsinhalten? Dann geben Sie hier Ihren Beitrag ein.
Die Antworten finden Sie ab Anfang März im BTHG-Kompass.

 

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Allgemeine Beiträge und Fragen zum BTHG Dokument öffnen und Beitrag verfassen

Welche Themen im Rahmen der Umsetzung des BTHG interessieren oder bewegen Sie besonders? Was beschäftigt Sie in Ihrer beruflichen Praxis aktuell am meisten? Hier haben Sie die Gelegenheit, diese Beiträge einzustellen.

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    Beitrag #9940

    Verfasser: Bürger
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    Unterstützt von: 10

    Ich schreibe aus der Sichtweise eines Werkstatt-Soziadienste für Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung aus einer WfbM in NRW.  Mittlerweile hatte ich eine Reihe von Kontakten mit federführenden Bedarfsermittlern aus dem Bereich „besondere Wohnformen“. Bei allen Gesprächen kam mehr oder weniger bald ein großes Unbehagen über den umfangreichen Einsichtsmöglichkeiten in die verschiedenen Lebensbereiche der gemeinsamen Klienten zur Sprache.

    Mit dem BEI_NRW wird eine sehr komplexe Sichtweise auf Menschen und deren verschiedene Daseinsbereiche, mit hoher Transparenz, in einem zentralen Dokument geradezu akribisch zusammengetragen. Dieser Umstand ist der gesetzlichen Vorgabe geschuldet, die aus guten Gründen vorsieht, alle Bedarfe in einer Erhebung zu erfassen. 

     

    Meine Fragen sind zunächst ethischer aber mithin auch rechtlicher Natur:

     

    ·         Was macht das mit uns als BEI-Schreiber und Begleiter von Menschen mit Unterstützungsbedarf, wenn wir umfangreiche Einsichten in manchmal auch intime Lebensbereiche unserer Klienten bekommen, in die wir vorher i.d.R. keinen Einblick hatten?

    ·         Was macht das mit Menschen mit Unterstützungsbedarf, wenn deren verschiedenen Lebensthemen von einer erweiterten Gruppe von Unterstützern einsehbar sind, für deren fachliche Begleitung (z.B. an ihrem Arbeitsplatz), viel Inhalte des BEI irrelevant sind?

    ·         Rechtfertigt die Tatsache, dass Menschen die gesellschaftlich finanzierte Unterstützung in übergreifenden Hilfesystemen bedürfen, sich in einer zentralen Datenerfassung, den erwähnten Hilfesystemen gegenüber so umfangreich offenbaren müssen?

    ·         Wie wird dies auf manche Menschen mit einer psychischen Erkrankung wirken, die nicht selten eine hohe Vulnerabilität bezüglich dessen mit sich bringen, wer denn was über sie weiß?  

     

    Ich unterstelle nicht, dass schlechte Absichten mit der Bedarfsermittlung verfolgt werden, eher im Gegenteil. Aber die besten Absichten alleine reichen wie so oft im Leben nicht aus.

     

    Hand aufs Herz: Die meisten Menschen, die in diesem Forum schreiben, und da schließe ich mich mit ein, würden sich aus Gründen ihrer individuellen Persönlichkeitsrechte verbitten, dass eine solche Transparenz über sie hergestellt wird oder sie würden zumindest von Mal zu Mal selber entscheiden wollen, wer, was, wann, wie über sie erfährt.

    Beitrag #9936

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 7

    Nach einem fachärztlich festgestellten Autismus wurde vom Versorgungsamt eine Schwerbehinderung bescheinigt. Wie kann jetzt das BTHG (gesellschaftliche Teilhabe, Teilhabe am Arbeitsleben usw.) am besten umgesetzt werden?

    Beitrag #9923

    Verfasser: Bürger
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    Unterstützt von: 6

    Frage zur Sozialen Teilhabe/ Heilpädagogische Leistungen in Abgrenzung zur Teilhabe an Bildung: Fällt ein heilpädagogischer Kindergarten (Konzept: Betreuung und Förderung von Kindern im Alter von drei bis sieben Jahren, die in ihrem Verhalten auffällig und/ oder in ihrer Entwicklung verzögert sind) unter § 113 Abs. 2 Nr. 3 i.V.m. § 79 SGB IX?

    Unter welcher Rechtsgrundlage sind Sonderschulkindergärten im SGB IX zu subsumieren? Der Gesetzgeber hat im § 112 SGB IX nur Hilfen zur Schulbildung bzw. zur schulischen oder hochschulischen Ausbildung oder Weiterbildung für einen Beruf aufgeführt. Sonderschulkindergärten werden nicht genannt.     

    Beitrag #9917

    Verfasser: Bürger
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    Unterstützt von: 1

    Dürfen Hilfsmittel (vorlese Text Scanner) für das Lesen von Amtsschreiben verweigert werden und wie ist das mit der Beantragung.

    Beitrag #9916

    Verfasser: Bürger
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    Unterstützt von: 1
    im BTHG-Kompass beantwortet

    Fahrtkosten bei Assistenzleistungen

    Bezieht sich § 78 Abs. 4 SGB IX nur auf die Fahrtkosten oder weiteren Aufwendungen, die bei dem Assistenzgeber in Ausübung der Assistenz für einen Leistungsberechtigten entstehen? Oder werden von dieser Vorschrift auch die Fahrkosten als ergänzende Leistung erstattet, die bei dem Leistungsberechtigten anfallen, um die Assistenz überhaupt wahrnehmen zu können? Z.B. die Fahrkosten des Leistungsberechtigten zu einem Anbieter, der die Assistenz leistet.

    Beitrag #9915

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 1

    Ich darf keine motorisierten Fahrzeuge fahren möchte mich aber von A nach B selbstbestimmt fortbewegen. Dies z. B. zum Arzt, zum Physiotherapeuten und auch zu sozialen Veranstaltungen. Wo erhalte ich entsprechende Beratung ob ich leistungsberechtigt bin?

    Beitrag #M9913

    Verfasser: Bürger
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    Unterstützt von: 7
    im BTHG-Kompass beantwortet

    Ist Pflegegeld aus einer privaten Pflegeversicherung (bspw. "Bahr-Pflege") auf Leistungen der Einglierungshilfe anzurechnen, wenn die leistungsberechtigte Person in einer besonderen Wohnform untergebracht ist und die Eingliederungshilfemaßnahmen auch Pflegeleistungen umfassen?

    Oder stehen die Mittel der privaten Pflegezusatzversicherung komplett frei zur Verfügung?

    Beitrag #9912

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    Unterstützt von: 1
    im BTHG-Kompass beantwortet

    Inwieweit wirken die Rehabilitationsträger auf eine Antragstellung hin?

    Wie weit geht die Verpflichtung der Rehabilitationsträger auf eine Antragstellung (§ 12 SGB IX) hinzuwirken? Bezieht sich diese Verpflichtung auch auf den individuellen Fall oder sind damit nur niederschwellige Strukturen, Bereitstellung von Informationsangeboten etc. gemeint?

    Im Gesetzesentwurf zum BTHG <https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/095/1809522.pdf> findet sich hierzu auf S.231 : „Die Rehabilitationsträger müssen im Falle der Erkennung des Rehabilitationsbedarfs auf eine Antragstellung hinwirken.“ Dies spräche für eine Hinwirkung im individuellen Fall.

    Ist der Rehaträger zu weiteren Aktivitäten, die auf eine Antragstellung abzielen, verpflichtet?

    Beitrag #9911

    Verfasser: Bürger
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    Ich lese immer von Bildung und Arbeitsmarkt. Aussagen zu Ausbildungen auf Fachschulniveau z.B. Erzieher finde ich keine.

    Gibt es da keine Unterstützungsmöglichkeiten?

    Und wenn doch welche und an wen kann man sich wenden?

    Vom Integrationsamt und der Agentur für Arbeit (Fachbereich REHA/SB) gab es nur Ablehnung, keine Unterstützungsangebotee.

    (Fallkonstellation: Junger Mann 19J alt, mittlerer Bildungsabschluss, Berufsziel Erzieher, Handycap: Legasthenie / Die üblichen Testts sind natürlich negativ da die Legasthenie nicht berücksichtigt wird, Intelligenz guter Durchschnitt)

    Beitrag #9910

    Verfasser: Bürger
    Eingereicht am:
    im BTHG-Kompass beantwortet

    Anteiliges Pflegegeld

    Menschen mit Behinderungen, die ihren Alltag mit Hilfe persönlicher Assistenten organisieren, haben i.d.R. sowohl einen pflegerischen als auch einen Bedarf an Teilhabeleistungen. Dabei steht ihnen gem. § 64a SGB XII ein Pflegegeld in Höhe des Pflegegeldes nach § 37 Absatz 1 des Elften Buches zu, das gem. § 63b Abs. 5 SGB XII um bis zu zwei Drittel gekürzt werden kann. Den verbleibenden anteiligen Betrag erhalten die Menschen mit Behinderungen zusätzlich zu ihrem Budget, das der Finanzierung der persönlichen Assistenz dient.

    Bereits vor Inkrafttreten der 3. Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes versuchten einige Sozialhilfeträger, den Betroffenen mit Verweis auf § 63b Abs. 4 S. 2 SGB XII oder § 63b Abs. 6 SGB XII die Auszahlung des anteiligen Pflegegeldes zu verweigern.

    Jedoch bildet § 63b Abs. 4 S. 2 SGB XII keine taugliche Rechtsgrundlage für die Verweigerung des anteiligen Pflegegeldes. § 63b Abs. 4 S. 2 SGB XII bezieht sich allein auf Szenarien eines vorübergehenden Aufenthalts in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung von Personen, die ihre Pflege durch ein Arbeitgebermodell organisieren. Nur in diesen Fällen sind vorrangige Leistungen nach dem SGB XI anzurechnen. Ebenso verhält es sich mit § 63b Abs. 6 SGB XII, der sich nur auf die Anrechenbarkeit des Pflegegeldes für das Pflegegeld der Pflegekasse bezieht, nicht aber auf das Pflegegeld nach den Bestimmungen der Sozialhilfe.

    Mit Inkrafttreten der 3. Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes zum 1. Januar 2020 sind die Sozialhilfeträger dazu übergegangen, den Anspruch auf das anteilige Pflegegeld mit der Begründung abzulehnen, dass gem. § 103 Abs. 2 SGB IX (Lebenslagenmodell) überhaupt kein Anspruch auf Pflegeleistungen gem. SGB XII bestünde, da alle Leistungen im Rahmen des SGB IX erbracht würden. Damit bestünde auch kein Anspruch auf das anteilige Pflegegeld. Dabei ist in § 103 Abs. 2 SGB IX ausdrücklich der Anspruch auf das Pflegegeld nach § 64a SGB XII aufgeführt:


    „(2) Werden Leistungen der Eingliederungshilfe außerhalb von Einrichtungen oder Räumlichkeiten im Sinne des § 43a des Elften Buches in Verbindung mit § 71 Absatz 4 des Elften Buches erbracht, umfasst die Leistung auch die Leistungen der häuslichen Pflege nach den §§ 64a bis 64f, 64i und 66 des Zwölften Buches …“

    Der grundsätzlichen Vorenthaltung des anteiligen Pflegegeldes steht zudem eindeutig die Zusicherung der Bundesregierung entgegen, wonach Leistungsverschlechterungen gegenüber dem bisherigen Recht ausgeschlossen seien (siehe Bundesdrucksache 19/775, S. 69).

    Wir bitten daher dringend um Klarstellung, damit für die betroffenen Personen wieder Rechtssicherheit hergestellt wird und langwierige Verfahren vermieden werden.

    Bei den bei uns eingegangenen Anfragen zum anteiligen Pflegegeld handelt es sich ausnahmslos um Personen im Arbeitgebermodell mit Eingliederungshilfeanspruch, die bereits vor Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes III und den BTHG-Reformstufen zum 01.01.2017 und 01.01.2020 Pflegegeldleistungen gem. § 64 ff. SGB XII erhalten und die Regelaltersrentengrenze noch nicht erreicht haben. Insofern ist der Eingliederungshilfeträger zuständig. Wäre die Regelaltersrentengrenze bereits überschritten, so bestünde eine Zuständigkeit des Sozialhilfeträgers. Dieser Punkt ist unstrittig.

    Allerdings verweigern einige Eingliederungshilfeträger die Auszahlung des max. um 2/3 gekürzten Pflegegeldes, obwohl gem. § 103 Abs. 2 SGB IX das Pflegegeld ein Bestandteil der EGH-Leistung ist. Nach unserer Auffassung ist bei einem Anspruch vor Erreichen der Regelaltersrentengrenze der Eingliederungshilfeträger zur Auszahlung des max. um 2/3 gekürzten Pflegegeldes verpflichtet und nach der Regelaltersrentengrenze der Sozialhilfeträger.

    Beispielhaft für die Ablehnungsgründe senden wir Ihnen nachfolgend einen Auszug aus einem Bescheid eines unserer Mitglieder zu:

    „Gemäß § 63b Abs. 6 SGB XII können Pflegebedürftige, die ihre Pflege im Rahmen des Arbeitgebermodells sicherstellen, nicht auf die Inanspruchnahme von Sachleistungen nach dem Elften Buch verweisen werden. In diesen Fällen ist das geleistete Pflegegeld nach § 37 des Elften Buches auf die Leistungen der Hilfe zur Pflege anzurechnen.
    Sie erhalten entsprechend § 37 Abs. 1 S. 3 Nr. 3 SGB XI aufgrund Ihres Pflegegrades 5 Pflegegeld durch die Pflegekasse in Höhe von 901,00 EUR monatlich.
    § 63b Abs. 6 SGB XII enthält eine Sonderregelung für Arbeitgebermodelle dergestalt, dass die Leistungsempfänger, die ihre Pflegekräfte im Rahmen des Arbeitgebermodells organisieren, nicht auf Sachleistungen nach dem SGB XI verwiesen werden können. Diese Vorschrift dient der Privilegierung des Arbeitgebermodells. Eine Inanspruchnahme von Sachleistungen der Pflegeversicherung wäre beim Arbeitgebermodell nicht möglich, weil der eigene Haushalt kein ambulanter Pflegedienst im Sinne der Pflegeversicherung ist. Somit übernimmt die Pflegekasse lediglich Pflegegeld, die höheren Pflegesachleistungen können hingegen für ein Arbeitgebermodell nicht in Anspruch genommen werden, was im Ergebnis für den nachrangig zuständigen Sozialhilfeträger mit höheren Kosten verbunden ist. Daher wird im Gegenzug zur Privilegierung des Arbeitgebermodells das Pflegegeld der Pflegekasse vollumfänglich in das Arbeitgebermodell einbezogen und somit vollständig angerechnet.


    Die von Ihnen zitierte Kürzung um lediglich bis zu zwei Drittel betrifft das Pflegegeld der Sozialhilfe nach § 64a SGB XII, welches bei Erbringung der Leistungen, die in § 63b Abs. 5 SGB XII genannt werden, gekürzt werden kann. § 63b Abs. 5 SGB XII enthält damit, entgegen Ihrer Ansicht, keine Konkretisierung des § 63b Abs. 6 SGB XII, sondern erfasst das Pflegegeld nach § 64a SGB XII. In dem Fall, dass eine Person sowohl Pflegegeld nach dem SGB XI als auch nach dem SGB XII erhält, besteht die Möglichkeit, letzteres um bis zu zwei Drittel zu kürzen."

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