﻿WEBVTT

00:00:05.810 --> 00:00:08.973
(Hr. Bunzel) So, bei mir ist es 10:00 Uhr.

00:00:09.110 --> 00:00:12.170
Mein Name ist Dirk Bunzel vom Projekt

00:00:12.170 --> 00:00:17.060
Umsetzungsbegleitung BTHG und ich begrüße Sie

00:00:17.060 --> 00:00:19.730
recht herzlich zu unserer Online Fachdiskussion

00:00:19.730 --> 00:00:22.580
Vergütungsformen in der Eingliederungshilfe.

00:00:24.740 --> 00:00:27.216
Sozialraumorientierung ist sicherlich eines

00:00:27.241 --> 00:00:30.972
der Leitthemen bei der Umsetzung des BTHG.

00:00:31.250 --> 00:00:35.090
Aber dieses Leitthema ist auch voraussetzungsvoll und

00:00:35.090 --> 00:00:38.630
wirft einige Fragen auf. Wie lassen sich beispielsweise

00:00:38.630 --> 00:00:40.925
mit welchen Instrumenten und Strukturen

00:00:41.227 --> 00:00:43.610
inklusive Sozialräume schaffen?

00:00:43.850 --> 00:00:46.880
Welche Rolle können Sozialraumbudgets dabei spielen?

00:00:47.473 --> 00:00:50.066
Und wie lassen sich Sozialraumbudgets

00:00:50.594 --> 00:00:52.185
am besten implementieren?

00:00:52.806 --> 00:00:55.117
Nun, der Landkreis, nicht der Landkreis,

00:00:55.142 --> 00:00:58.490
der Kreis Nordfriesland hat bereits

00:00:58.490 --> 00:01:00.460
Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt.

00:01:00.460 --> 00:01:04.570
Seit 2013 wird dort Sozialraumorientiert gearbeitet

00:01:04.886 --> 00:01:06.460
und ich freue mich sehr, dass wir den

00:01:06.460 --> 00:01:08.813
Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales,

00:01:08.814 --> 00:01:10.348
Herrn Christian Grelck

00:01:10.373 --> 00:01:13.516
für unsere Fachdiskussionsreihe gewinnen konnten.

00:01:14.041 --> 00:01:16.150
Er wird Ihnen nicht nur über die Erfahrungen mit

00:01:16.150 --> 00:01:19.917
der Einführung des Sozialraumbudgets berichten,

00:01:19.942 --> 00:01:22.557
sondern auch etwas über die Hintergründe, Annahmen

00:01:22.582 --> 00:01:24.157
und über die Ziele,

00:01:24.182 --> 00:01:26.835
die sich mit dieser Arbeit verbinden, erläutern.

00:01:26.860 --> 00:01:30.250
Und ja, ich freue mich sehr auf Ihren Fachvortrag und

00:01:30.280 --> 00:01:32.230
gebe damit weiter an Herrn Grelck.

00:01:34.870 --> 00:01:35.980
(Hr. Grelck) Ja, vielen Dank.

00:01:36.700 --> 00:01:39.460
Von meiner Seite noch mal herzlich willkommen!

00:01:39.850 --> 00:01:44.408
Freut mich, dass so viele Teilnehmer Interesse an

00:01:44.433 --> 00:01:48.483
der Sozialraumorientierung und der Budgetierung

00:01:48.508 --> 00:01:50.854
im Kreis Nordfriesland haben.

00:01:50.879 --> 00:01:52.201
Ich würde Ihnen gerne dann in der nächsten

00:01:52.226 --> 00:01:55.510
halben Stunde dazu einen kleinen Einblick geben.

00:01:56.200 --> 00:01:57.808
Wie Herr Bunzel schon richtig sagte,

00:01:57.833 --> 00:02:00.040
sind wir seit 2013 dabei

00:02:01.167 --> 00:02:04.030
Angefangen haben wir mit der Entwicklung

00:02:04.030 --> 00:02:07.736
bereits 2011 und in der Jugendhilfe sind wir schon

00:02:07.761 --> 00:02:11.444
seit über 20 Jahren im Rahmen

00:02:11.469 --> 00:02:14.247
der Sozialraumorientierung unterwegs,

00:02:14.944 --> 00:02:17.075
so dass wir schon seit einigen Jahren eben

00:02:17.323 --> 00:02:20.729
auch eine Menge Erfahrung haben in diesem Bereich.

00:02:21.046 --> 00:02:22.888
Ja, vielleicht noch mal ganz kurz zu Beginn.

00:02:22.913 --> 00:02:27.420
Der Kreis Nordfriesland ist der nördlichste Landkreis

00:02:27.445 --> 00:02:30.116
oder der nördlichste Kreis, sagt man in Schleswig Holstein

00:02:30.616 --> 00:02:34.856
in Deutschland mit der Insel Sylt, ganz im Norden.

00:02:35.459 --> 00:02:38.290
Der Ort List auf Sylt, der nördlichste Punkt

00:02:38.320 --> 00:02:42.689
Deutschlands mit insgesamt

00:02:42.714 --> 00:02:46.938
165 oder 167.000 Einwohnern ist inzwischen mit

00:02:47.318 --> 00:02:51.290
einer Fläche von 2000 Quadratkilometern.

00:02:51.315 --> 00:02:53.754
Bei Ebbe sind es noch ein bisschen mehr,

00:02:54.009 --> 00:02:55.338
sagen wir immer.

00:02:55.780 --> 00:03:00.496
81 Einwohner pro Quadratkilometer bei Flut.

00:03:01.530 --> 00:03:03.251
Wir haben Inseln und Halligen.

00:03:03.276 --> 00:03:07.030
Das ist eine besondere Situation, weil das eben auch

00:03:07.060 --> 00:03:09.128
Einzelne im Grunde genommen,

00:03:09.129 --> 00:03:10.568
wenn man es mal fachlich sieht,

00:03:10.593 --> 00:03:13.052
einzelne Sozialräume auch sind, die immer auch

00:03:13.077 --> 00:03:14.320
eine Besonderheit aufweisen.

00:03:15.070 --> 00:03:16.935
In Schleswig Holstein sind die Kreise

00:03:16.960 --> 00:03:19.073
Träger der Eingliederungshilfe.

00:03:19.681 --> 00:03:27.128
Wir sind auch Träger des Jobcenters,

00:03:27.153 --> 00:03:30.265
also kommunaler Träger im SGB zwei.

00:03:32.256 --> 00:03:33.856
Das nur mal als Ergänzung.

00:03:34.826 --> 00:03:38.077
Wir haben in der Eingliederungshilfe ein Budget von

00:03:38.102 --> 00:03:40.420
um die 55 Millionen € brutto.

00:03:40.851 --> 00:03:43.094
Wir haben etwa 45 Mitarbeiter,

00:03:43.119 --> 00:03:45.038
die in der Eingliederungshilfe tätig sind.

00:03:45.554 --> 00:03:50.020
Und wir haben unseren Kreis in drei bzw. fünf

00:03:50.370 --> 00:03:52.649
Sozialräume aufgeteilt drei Sozialräume,

00:03:52.674 --> 00:03:56.050
eine Eingliederungshilfe, fünf in der Jugendhilfe.

00:03:57.705 --> 00:04:03.816
Das sind aber auch verwaltungstechnische Gliederungen,

00:04:03.841 --> 00:04:05.672
ein Stück weit, was die Sozialräume

00:04:06.140 --> 00:04:07.550
diesbezüglich angeht.

00:04:07.743 --> 00:04:09.144
Wie ich schon sagte im Grunde genommen müssen

00:04:09.169 --> 00:04:11.412
wir jede einzelne Insel auch als einzelnen Sozialraum,

00:04:11.437 --> 00:04:13.727
wenn man es mal fachlich sieht, betrachten,

00:04:13.885 --> 00:04:15.761
sodass diese drei Sozialräume

00:04:15.786 --> 00:04:17.169
die wir in der Eingliederungshilfe haben,

00:04:17.390 --> 00:04:20.990
Nord und Mitte und Süd, eher auch ein Stück fachlich

00:04:21.459 --> 00:04:23.816
verwaltungstechnisch erstmal geschuldet sind.

00:04:24.500 --> 00:04:27.590
Ja, die Ausgangssituation 2011, warum wir dann

00:04:27.620 --> 00:04:32.270
gestartet sind in die Weiterentwicklung, in Richtung

00:04:32.270 --> 00:04:35.008
Sozialraumorientierung in der Eingliederungshilfe

00:04:35.111 --> 00:04:38.208
war so, dass damals der Landesrahmenvertrag in

00:04:38.233 --> 00:04:40.213
Schleswig Holstein gekündigt worden ist.

00:04:40.370 --> 00:04:43.160
Nordfriesland, damals auch einer der treibenden Kräfte

00:04:43.160 --> 00:04:46.250
dieser Entwicklung war, im Grunde genommen sich die

00:04:46.250 --> 00:04:49.520
Fronten zwischen dem Kreis und den Leistungserbringern

00:04:49.550 --> 00:04:51.050
sehr stark verhärtet hatten.

00:04:53.130 --> 00:04:55.650
Und ich habe hier mal so ein paar Aussagen, aber auch

00:04:55.650 --> 00:04:59.940
damals über die Entwicklung des ja des

00:04:59.970 --> 00:05:03.600
Marktgeschehens in der Eingliederungshilfe dargestellt.

00:05:05.106 --> 00:05:08.100
Einrichtungen bzw. deren Träger begreifen sich als freie

00:05:08.100 --> 00:05:10.290
Unternehmer, die am Markt agieren.

00:05:10.794 --> 00:05:13.920
Das sind alles Aussagen, die von Seiten der

00:05:13.920 --> 00:05:16.620
Leistungserbringer damals auch getätigt worden sind.

00:05:18.299 --> 00:05:20.820
Solidarität der Einrichtungen im Sozialraum ist

00:05:20.820 --> 00:05:22.984
strukturell nicht vorgesehen

00:05:23.286 --> 00:05:25.320
und wird im Prinzip auch nicht praktiziert.

00:05:26.430 --> 00:05:29.760
War damals eine andere Äußerung auch zu Beginn unserer

00:05:31.026 --> 00:05:33.330
unseres Modellprojektes damals noch.

00:05:33.637 --> 00:05:35.190
Die Entwicklung einer neuen Unternehmens und

00:05:35.190 --> 00:05:37.710
Kooperationskultur wird nicht ohne Konflikte verlaufen.

00:05:37.710 --> 00:05:39.960
Es müssen Diskurs und Konfliktbearbeitungsregeln

00:05:39.960 --> 00:05:42.626
entwickelt werden. Es deutet auch darauf hin,

00:05:42.651 --> 00:05:44.913
dass damals sehr viele Konflikte insbesondere zwischen

00:05:44.938 --> 00:05:47.160
Kreis und Leistungserbringern auch bestanden.

00:05:48.060 --> 00:05:51.850
Und eine wichtige Aussage damals auch, die uns dann im

00:05:51.850 --> 00:05:56.620
Laufe der Zeit auch immer wieder auch bestätigt wurde.

00:05:56.808 --> 00:05:59.590
Es werden Fälle im System gehalten, also in den

00:05:59.590 --> 00:06:01.750
Einrichtungen zum Beispiel, obwohl kein Hilfebedarf

00:06:01.780 --> 00:06:04.030
mehr besteht oder ein anderer Hilfebedarf besteht,

00:06:04.030 --> 00:06:07.330
beispielsweise Menschen in Wohneinrichtungen gehalten

00:06:07.330 --> 00:06:09.130
worden sind, obwohl vielleicht auch schon eine

00:06:09.130 --> 00:06:11.170
Ambulantisierung möglich gewesen wäre.

00:06:12.678 --> 00:06:16.060
Das zumindest solange, bis ein Ersatz gefunden wurde.

00:06:16.621 --> 00:06:19.904
Das sind alles so Aussagen aus dem Jahre 2011,

00:06:20.079 --> 00:06:22.064
die wir damals aufgenommen haben und

00:06:22.089 --> 00:06:23.527
die uns dazu gebracht haben,

00:06:23.894 --> 00:06:27.010
neben dem allgemeinen Ansätzen auch der Arbeits-

00:06:27.010 --> 00:06:29.729
und Sozialministerkonferenz, wo damals ja schon

00:06:30.522 --> 00:06:34.570
der Ansatz der Personenzentrierung sehr stark in den

00:06:34.570 --> 00:06:36.056
Vordergrund gerückt worden ist,

00:06:36.081 --> 00:06:38.928
in verschiedenen Beschlüssen.

00:06:39.629 --> 00:06:42.088
Die UN Behindertenrechtskonvention, die einen neuen

00:06:42.113 --> 00:06:45.370
Ansatz aufgeworfen hat, und eben aber auch

00:06:45.400 --> 00:06:47.800
der Verhärtung der Fronten im Rahmen der Verhandlungen

00:06:47.800 --> 00:06:49.632
des Landesrahmenvertrages,

00:06:50.299 --> 00:06:53.349
sodass wir uns aufgemacht haben, damals, 2011,

00:06:53.861 --> 00:06:59.785
und eine Weiterentwicklung der BGH Landschaft

00:06:59.810 --> 00:07:03.130
in Nordfriesland entwickelt haben.

00:07:04.369 --> 00:07:06.250
Und das Ziel?

00:07:07.240 --> 00:07:10.155
Wir haben dann angestrebt, zum 1.1.13 zu starten,

00:07:10.180 --> 00:07:14.050
Da sind wir auch dann, war ein umfassenden, innovativen

00:07:14.050 --> 00:07:16.300
Strukturwandel hinzubekommen.

00:07:17.170 --> 00:07:20.560
Wir haben uns strategische Qualitätsziele gegeben.

00:07:21.873 --> 00:07:25.390
Weiteres Ziel war, ein gemeinsames kooperatives

00:07:25.390 --> 00:07:28.270
Hilfeplanverfahren durchzuführen.

00:07:28.270 --> 00:07:31.450
Und wir haben und darüber werde ich heute noch

00:07:31.480 --> 00:07:33.790
ausführlicher berichten, dann auch ein verändertes

00:07:33.790 --> 00:07:35.740
Finanzierungssystem entwickelt.

00:07:36.520 --> 00:07:39.610
Ziel ist es also bis heute.

00:07:39.640 --> 00:07:42.051
Das ist auch kein abgeschlossener Vorgang,

00:07:42.076 --> 00:07:43.780
sondern es ist ein lernendes System.

00:07:43.810 --> 00:07:45.529
Wir sind auch nicht so alles das,

00:07:45.554 --> 00:07:46.568
was ich Ihnen hier vorstelle,

00:07:46.593 --> 00:07:48.191
ist auch noch in der Weiterentwicklung.

00:07:48.216 --> 00:07:50.809
Es ist nicht so, dass wir sagen,

00:07:50.848 --> 00:07:51.969
es ist jetzt abgeschlossen,

00:07:51.994 --> 00:07:53.730
wir sind zufrieden und wir können uns

00:07:53.760 --> 00:07:57.030
sozusagen ruhig zurücklehnen, sondern das gesamte

00:07:57.030 --> 00:07:59.520
System wird in verschiedenen Arbeitsgruppen auch immer

00:07:59.550 --> 00:08:01.832
noch weiterentwickelt und es wird immer hinterfragt,

00:08:01.857 --> 00:08:04.349
ob es noch Möglichkeiten gibt, etwas zu verbessern.

00:08:06.085 --> 00:08:10.104
Das war die Ausgangssituation damals

00:08:10.129 --> 00:08:11.550
 und die die Zielrichtung.

00:08:12.840 --> 00:08:15.030
Vielleicht einmal ganz kurz, bevor ich dann auf das

00:08:15.030 --> 00:08:18.720
Finanzierungssystem eingehe, weil Sie das

00:08:18.720 --> 00:08:23.610
Finanzierungssystem nie losgelöst sehen können

00:08:23.610 --> 00:08:25.909
von der fachlichen Weiterentwicklung,

00:08:25.934 --> 00:08:27.912
weil ich da immer auch nach gefragt werde,

00:08:27.937 --> 00:08:29.520
auch von Kreisen in Schleswig Holstein,

00:08:29.956 --> 00:08:31.410
die dann sagen können wir eigentlich Budgets

00:08:31.440 --> 00:08:35.610
auch einführen bei uns, ohne dass wir diesen ganzen

00:08:35.610 --> 00:08:37.688
fachlichen Bereich machen, ohne dass wir auch

00:08:37.713 --> 00:08:40.330
die Gremienarbeit, die wir auch ein Stück weit

00:08:40.355 --> 00:08:43.768
intensiviert haben, machen? Und da sage ich immer

00:08:43.769 --> 00:08:45.255
Ja, das kann man versuchen,

00:08:45.280 --> 00:08:47.970
aber man darf, glaube ich, die fachliche

00:08:47.970 --> 00:08:50.935
Weiterentwicklung und auch die Struktur der Gremien,

00:08:50.960 --> 00:08:53.431
der Zusammenarbeit, der Kooperationen, die wir haben,

00:08:53.456 --> 00:08:57.480
auch der Partizipation nie lösen, nie wirklich lösen

00:08:57.480 --> 00:09:01.193
von der Finanzierungsstruktur, von der Budgetstruktur

00:09:01.218 --> 00:09:02.136
die wir hier haben.

00:09:02.350 --> 00:09:04.470
Man muss es eben auch als Einheit sehen und

00:09:05.201 --> 00:09:07.696
letztendlich dient die Finanzierungsstruktur

00:09:07.951 --> 00:09:11.130
der Erreichung der fachlichen Ziele nicht andersrum.

00:09:11.160 --> 00:09:13.950
Also wir haben nicht die Finanzierungsstruktur gemacht,

00:09:13.950 --> 00:09:16.410
um sozusagen zu sparen oder jetzt eine veränderte

00:09:16.410 --> 00:09:18.930
Finanzierungsstruktur einzuführen, sondern wir haben

00:09:18.955 --> 00:09:22.080
die Finanzierungsstruktur, also Budgetstruktur, eingeführt,

00:09:22.398 --> 00:09:25.711
um unsere fachlichen Ziele, um mehr Flexibilität

00:09:25.736 --> 00:09:27.780
bei den fachlichen Zielen zu erreichen.

00:09:28.740 --> 00:09:30.500
Das werde ich aber auch gleich noch mal darstellen.

00:09:31.020 --> 00:09:34.336
Also damals und auch heute noch. Eines unserer Ziele

00:09:34.361 --> 00:09:36.368
in der fachlichen Weiterentwicklung ist,

00:09:36.393 --> 00:09:37.945
die fachliche Arbeit weiterzuentwickeln

00:09:37.970 --> 00:09:39.833
und zu verbessern, das heißt maßgeschneiderte,

00:09:39.858 --> 00:09:42.888
individuelle Hilfen an den Zielen

00:09:42.913 --> 00:09:46.407
und am Willen des Menschen ausgerichtet zu entwickeln.

00:09:46.741 --> 00:09:49.810
Wir sind der Auffassung, dass der Wille des Menschen,

00:09:50.828 --> 00:09:53.830
der entscheidende Motor die entscheidende

00:09:53.830 --> 00:09:57.340
Antriebskraft ist, um Ziele zu erreichen.

00:09:57.747 --> 00:10:00.820
Und deshalb soll aus dem Willen des Menschen

00:10:02.747 --> 00:10:06.430
sollen Ziele entwickelt werden, ohne den Willen des

00:10:06.430 --> 00:10:09.820
Menschen und der Ziele oder Maßnahmen, die gegen den

00:10:09.820 --> 00:10:12.550
Willen des Menschen entwickelt werden, sind nach

00:10:12.550 --> 00:10:15.519
unserer Auffassung eigentlich zum Scheitern verurteilt.

00:10:15.544 --> 00:10:20.295
Weil gegen den Willen kann man eigentlich nicht arbeiten.

00:10:20.320 --> 00:10:22.239
Das heißt, es ist wesentlich leichter,

00:10:22.264 --> 00:10:24.370
mit dem Willen des Menschen zu arbeiten.

00:10:24.637 --> 00:10:27.340
Der zweite Ansatz ist, Ressourcen und lösungsorientiert

00:10:27.340 --> 00:10:30.496
zu arbeiten, das heißt die Ressourcen der Menschen,

00:10:30.521 --> 00:10:33.192
die Stärken der Menschen in den Vordergrund zu stellen,

00:10:33.533 --> 00:10:35.824
aber auch natürlich die Ressourcen des Umfeldes,

00:10:35.849 --> 00:10:37.570
des Sozialraumes zu nutzen.

00:10:40.030 --> 00:10:43.040
Natürlich auch die institutionellen Ressourcen wie

00:10:43.040 --> 00:10:46.310
Einrichtungen ambulante Dienste oder Dienste insgesamt,

00:10:46.550 --> 00:10:49.700
aber eben auch die individuellen Ressourcen der

00:10:49.700 --> 00:10:50.810
Betroffenen zu nutzen.

00:10:51.156 --> 00:10:54.166
Zweiter oder wichtiger Punkt auch Freiräume

00:10:54.285 --> 00:10:56.960
in den Einrichtungen zu schaffen, zur Erschließung des

00:10:56.960 --> 00:11:00.440
Sozialraumes dort auch niedrigschwellige Angebote

00:11:00.465 --> 00:11:03.608
zu nutzen und natürlich auch niedrigschwellige Angebote

00:11:03.633 --> 00:11:07.730
zu schaffen, im Sozialraum und insgesamt auch eine höhere

00:11:07.730 --> 00:11:10.257
Durchlässigkeit der Hilfen zu erreichen,

00:11:10.282 --> 00:11:11.724
Flexibilität zu erreichen,

00:11:11.749 --> 00:11:14.847
Wechsel von einer Wohneinrichtung

00:11:14.872 --> 00:11:18.231
in eine eigene Wohnung viel leichter zu ermöglichen,

00:11:18.256 --> 00:11:21.810
auch das Mitgehen der Bezugsbetreuer zu ermöglichen.

00:11:22.405 --> 00:11:24.400
Dass die vielleicht auch, was wir auch haben,

00:11:25.160 --> 00:11:28.075
die vorher in einer Einrichtung betreut haben, dann auch

00:11:28.100 --> 00:11:32.030
noch in zu mindestens der Übergangszeit in einer eigenen

00:11:32.060 --> 00:11:35.383
selbst genutzten Wohnung mit betreuen, um sozusagen

00:11:35.408 --> 00:11:39.837
da auch einfach den Menschen stärker zu unterstützen,

00:11:39.862 --> 00:11:43.080
den Bruch nicht so klar, nicht so deutlich werden

00:11:43.105 --> 00:11:45.705
zu lassen und den Übergang zu erleichtern.

00:11:46.490 --> 00:11:48.290
Wichtig war auch, die Zusammenarbeit zwischen

00:11:48.290 --> 00:11:50.328
Leistungsträger und Leistungserbringern deutlich

00:11:50.353 --> 00:11:52.778
zu verbessern. Ich sagte Ihnen schon, welche Konflikte

00:11:52.803 --> 00:11:56.105
wir hatten. Wir wollen und das tun wir inzwischen auch

00:11:56.130 --> 00:11:58.212
sehr partnerschaftlich und auf Augenhöhe

00:11:58.237 --> 00:11:59.935
miteinander arbeiten. Das tun wir.

00:11:59.960 --> 00:12:02.330
Wir wollen vertrauensvoll miteinander arbeiten.

00:12:02.570 --> 00:12:03.620
Auch das tun wir.

00:12:03.960 --> 00:12:06.488
Und ich sage mal so wir haben 2011 eine

00:12:06.513 --> 00:12:08.763
Situation gehabt, da hatten wir einen sogenannten

00:12:08.788 --> 00:12:11.095
rot grünen Bereich am Anfang einer Sitzung,

00:12:11.913 --> 00:12:13.367
insbesondere einen roten Bereich,

00:12:13.392 --> 00:12:16.361
in dem Störungen angesprochen werden sollten.

00:12:16.386 --> 00:12:18.524
Und wenn dann eine Sitzung drei Stunden dauerte,

00:12:18.841 --> 00:12:21.462
war es teilweise so, dass von diesen drei Stunden

00:12:21.487 --> 00:12:24.290
zwei Stunden im roten Bereich zugebracht wurde,

00:12:24.290 --> 00:12:26.630
wo dann die Störungen besprochen worden sind.

00:12:26.660 --> 00:12:29.266
Heute ist der rote Bereich ein Bereich,

00:12:29.291 --> 00:12:30.976
der nicht mal zwei Minuten dauert.

00:12:31.220 --> 00:12:33.260
Meistens gibt es dort gar keine Punkte.

00:12:33.740 --> 00:12:36.145
Und häufig, wenn, dann nur grüne Punkte,

00:12:36.146 --> 00:12:37.137
die erfreulich sind.

00:12:37.803 --> 00:12:40.353
Wichtiger Punkt auch ist, dass wir das im System

00:12:40.390 --> 00:12:43.030
vorhandene Geld intelligenter einsetzen wollen.

00:12:43.030 --> 00:12:46.270
Das heißt, wir wollen nicht mit diesem System sparen,

00:12:46.270 --> 00:12:48.160
auch mit dem System System nicht sparen.

00:12:48.160 --> 00:12:50.380
Das war ja eine Befürchtung damals, die auch von vielen

00:12:50.380 --> 00:12:53.290
Leistungserbringern aufgebracht worden ist, dass wir

00:12:53.320 --> 00:12:56.110
möglicherweise mit dem Budgets sparen wollen.

00:12:56.350 --> 00:12:57.952
Das wollen wir gar nicht. Wir wollen das Geld,

00:12:57.977 --> 00:12:59.625
das da ist, und das ist ja nicht wenig.

00:12:59.650 --> 00:13:03.610
55 Millionen € in einem Kreis Nordfriesland mit einem

00:13:03.610 --> 00:13:06.760
Gesamthaushalt von 450 Millionen €,

00:13:08.897 --> 00:13:10.150
das ist eine Menge Geld.

00:13:10.660 --> 00:13:13.450
Das wollen wir einfach nur intelligenter einsetzen und

00:13:13.630 --> 00:13:17.438
so einsetzen, dass einfach flexiblere Hilfe möglich sind.

00:13:20.654 --> 00:13:22.030
Wie ich schon sagte Ausgangspunkt

00:13:22.030 --> 00:13:24.555
jeder Arbeit ist der Wille des Menschen.

00:13:24.760 --> 00:13:28.119
Das heißt, Arbeit gegen den Willen des Menschen

00:13:28.144 --> 00:13:30.790
ist schwer möglich.

00:13:31.136 --> 00:13:33.455
Wichtig ist uns auch die aktivierende Arbeit,

00:13:33.480 --> 00:13:35.464
dass diese grundsätzlich Vorrang

00:13:35.489 --> 00:13:37.630
vor der betreuenden Tätigkeit hat.

00:13:40.360 --> 00:13:43.450
Das heißt ein guter Leistungserbringer betreut nicht,

00:13:43.480 --> 00:13:46.928
sondern er unterstützt dabei den Menschen,

00:13:46.953 --> 00:13:49.235
dass er seine Ziele erreichen kann.

00:13:50.186 --> 00:13:53.256
Und ein Leitsatz bei uns ist immer,

00:13:53.439 --> 00:13:57.768
dass der Bezugsbetreuer in der Einrichtung oder im Dienst

00:13:57.793 --> 00:14:02.520
nie mehr arbeiten sollte an der Erreichung der Ziele

00:14:02.545 --> 00:14:05.256
als der betroffene Mensch selber.

00:14:05.770 --> 00:14:08.048
Bei ihm liegt sozusagen die Hauptverantwortung

00:14:08.073 --> 00:14:09.664
für die Erreichung der Ziele.

00:14:11.815 --> 00:14:14.575
Ein wichtiger Grundsatz auch so viel Leistung wie nötig,

00:14:14.600 --> 00:14:16.510
aber so wenig wie möglich.

00:14:16.720 --> 00:14:20.080
Also keine Ausweitung der Leistung, sondern wir wollen

00:14:20.105 --> 00:14:24.128
eben auch die Ressourcen des Lebensumfeldes einbeziehen.

00:14:25.279 --> 00:14:27.760
Das sind Familie, Vereine, Nachbarn,

00:14:27.760 --> 00:14:30.190
Schlüsselpersonen, ehrenamtliche Personen.

00:14:31.865 --> 00:14:36.430
Das soll nicht die institutionelle Hilfe ersetzen

00:14:36.430 --> 00:14:39.410
und auch nicht zurückdrängen, aber es soll sie ergänzen

00:14:39.677 --> 00:14:42.192
und es soll dort eben auch mit genutzt werden,

00:14:42.217 --> 00:14:43.400
wo es möglich ist.

00:14:45.121 --> 00:14:47.111
Was wir eben auch als wichtigen Punkt haben,

00:14:47.136 --> 00:14:49.655
wir haben durch die Budgetierung keinen Streit mehr

00:14:49.680 --> 00:14:52.135
um beispielsweise die Festsetzung

00:14:52.160 --> 00:14:53.809
von Fachleistungsstunden.

00:14:53.810 --> 00:14:56.826
Das ging ja teilweise früher zu wie auf dem Basar,

00:14:57.270 --> 00:14:59.620
sondern drei oder vier Fachleistungsstunden

00:14:59.645 --> 00:15:01.760
in der Woche, sondern es ist im

00:15:01.760 --> 00:15:05.420
Grunde genommen dadurch, dass es ein Budget gibt, klar,

00:15:05.420 --> 00:15:09.890
dass dieses Budget finanziert ist und gesichert ist und

00:15:09.890 --> 00:15:12.860
im Grunde genommen dann auch nicht entscheidend ist,

00:15:12.860 --> 00:15:14.920
ob jemand drei oder vier Fachleistungsstunden

00:15:14.945 --> 00:15:15.761
in der Woche bekommt.

00:15:15.762 --> 00:15:16.976
Das wird auch gar nicht mehr festgesetzt

00:15:17.001 --> 00:15:19.286
im Rahmen der Hilfeplanung, sondern es werden eben nur

00:15:19.311 --> 00:15:22.099
noch Ziele und dann Handlungsschritte

00:15:22.536 --> 00:15:24.290
einzeln festgelegt im Hilfeplan.

00:15:27.186 --> 00:15:28.680
Wie ich schon sagte, es erfolgt eben

00:15:28.705 --> 00:15:31.480
die Ressourcenorientierung, keine Defizitorientierung,

00:15:32.846 --> 00:15:34.130
die Form der Unterstützung

00:15:34.160 --> 00:15:36.410
und ich glaube, das ist auch ein wesentlicher Punkt.

00:15:37.370 --> 00:15:40.070
Stichwort auch Versäulung der Hilfen, was wir ja auch

00:15:40.100 --> 00:15:41.960
sehr stark hatten in Nordfriesland.

00:15:43.218 --> 00:15:44.990
Es ist nicht so, dass sich die

00:15:45.200 --> 00:15:48.238
dass sich der Mensch an seine Einrichtung anpassen soll,

00:15:48.263 --> 00:15:50.090
sondern das Ziel ist und das wird auch mehr und

00:15:50.090 --> 00:15:51.620
mehr verwirklicht. Das ist natürlich auch

00:15:51.620 --> 00:15:54.968
eine Haltungsfrage, dass die Unterstützung

00:15:54.993 --> 00:15:57.488
sich an das Leben des Betroffenen

00:15:57.513 --> 00:15:59.510
und des Hilfeempfängers anpasst.

00:16:00.650 --> 00:16:03.170
Das gelingt durch passgenaue Hilfen.

00:16:03.170 --> 00:16:05.870
Das gelingt dadurch, dass wir beispielsweise aus

00:16:05.870 --> 00:16:09.640
stationären Einrichtungen, wie sie früher hießen,

00:16:09.665 --> 00:16:12.848
ja noch inzwischen ambulante Komplexleistungen

00:16:12.873 --> 00:16:16.922
organisiert haben, wo eben auch sehr viel mehr

00:16:16.947 --> 00:16:19.821
individuelle Hilfen und individuell angepasste

00:16:19.822 --> 00:16:21.535
Hilfen erfolgen kann.

00:16:21.560 --> 00:16:23.800
Aber auch durch die Einbeziehung von

00:16:23.825 --> 00:16:27.260
inklusiven Angeboten, inklusiven Sportgruppen,

00:16:28.619 --> 00:16:30.230
Selbsthilfegruppen etc.

00:16:30.260 --> 00:16:32.060
Treffpunkten, die wir in verschiedenen Orten

00:16:32.060 --> 00:16:34.650
eingerichtet haben, wo eben auch die Menschen

00:16:34.823 --> 00:16:39.150
zusammenkommen, gemeinsame Gruppen haben

00:16:39.150 --> 00:16:42.600
und einfach auch sehr niedrigschwellige Angebote

00:16:43.350 --> 00:16:46.076
vorhanden sind. Eigeninitiative und Selbsthilfe

00:16:46.101 --> 00:16:48.360
der Betroffenen sind vorrangig zu fördern.

00:16:48.360 --> 00:16:50.070
Das ist eben auch wieder dieser Grundsatz.

00:16:51.300 --> 00:16:54.690
Der Mensch selber muss für die Erreichung seiner Ziele

00:16:54.720 --> 00:16:58.050
eben vorrangig auch selbst verantwortlich sein.

00:16:59.137 --> 00:17:01.705
Und die professionellen Kräfte

00:17:01.706 --> 00:17:03.136
sollen nur dabei unterstützen,

00:17:03.161 --> 00:17:05.010
dass diese, dass der Mensch in die Lage

00:17:05.010 --> 00:17:07.200
gebracht wird, seine Ziele zu erreichen.

00:17:09.480 --> 00:17:11.910
Und wichtig. Last but not least, wie ich schon sagte,

00:17:11.940 --> 00:17:13.769
eben auch eine Kooperation

00:17:13.919 --> 00:17:15.719
der Leistungserbringer untereinander.

00:17:15.744 --> 00:17:17.310
Zum einen aber auch die Kooperation der

00:17:17.310 --> 00:17:20.130
Leistungserbringer mit dem Leistungsträger, dem Kreis.

00:17:20.673 --> 00:17:23.790
Wir haben aber auch inzwischen sogar Angebote im Kreis,

00:17:24.310 --> 00:17:26.344
wo Leistungserbringer gemeinsame

00:17:26.345 --> 00:17:27.641
Angebote entwickelt haben.

00:17:27.666 --> 00:17:29.700
Das sind insbesondere unsere Treffpunkte.

00:17:31.283 --> 00:17:32.460
Die haben wir mit Eck.

00:17:32.490 --> 00:17:36.070
Wir haben so sozusagen ein durchgängiges,

00:17:37.840 --> 00:17:40.420
durchgängiges Motto mit Ecken gewählt.

00:17:40.450 --> 00:17:42.370
Eckhus in Husum ist ein Treffpunkt.

00:17:42.400 --> 00:17:44.873
Eckpfeiler ist eine Gesellschaft,

00:17:44.874 --> 00:17:45.968
die heißt inzwischen Wohneck,

00:17:45.993 --> 00:17:48.230
weil wir da noch markenrechtliche Probleme hatten

00:17:48.255 --> 00:17:50.528
mit einer anderen Wohnungsbaugesellschaft,

00:17:50.877 --> 00:17:53.336
aber auch dort im Wohneck, die unterstützt dabei,

00:17:53.361 --> 00:17:54.928
dass Menschen mit Behinderung

00:17:54.953 --> 00:17:59.055
Wohnungen im Kreisgebiet finden und dass die teilweise

00:17:59.080 --> 00:18:00.583
auch unterstützt werden bei der Anmietung.

00:18:01.392 --> 00:18:03.640
Kunsteck ist ein anderer Treffpunkt in Bredstedt,

00:18:03.665 --> 00:18:05.740
einer anderen Stadt in Nordfriesland.

00:18:06.430 --> 00:18:08.590
In Niebüll haben wir noch die kleine Ecke.

00:18:08.615 --> 00:18:09.719
Das ist auch ein Treffpunkt.

00:18:09.744 --> 00:18:12.400
Also verschiedene gemeinsame Angebote, die entwickelt

00:18:12.400 --> 00:18:15.310
worden sind. Ja, und Leistungsträger und

00:18:15.310 --> 00:18:17.800
Leistungserbringer arbeiten auf Augenhöhe miteinander.

00:18:17.830 --> 00:18:19.606
Wir haben Konsensentscheidungsprinzip

00:18:19.607 --> 00:18:20.965
bei allen Entscheidungen.

00:18:21.106 --> 00:18:23.375
Die Hilfeplanung ist ein kooperativer Prozess.

00:18:23.400 --> 00:18:25.952
Das heißt, wir haben ein gemeinsames Hilfeplanteam,

00:18:26.222 --> 00:18:27.490
und wir haben insbesondere eine

00:18:27.490 --> 00:18:30.760
gemeinsame Finanzverantwortung, die auch bedingt,

00:18:30.785 --> 00:18:34.860
dass die Gemeinde, dass die Finanzen von allen Beteiligten

00:18:35.280 --> 00:18:38.490
gegenüber einander offengelegt werden.

00:18:39.810 --> 00:18:43.410
Wichtiger Punkt ist auch, dass wir relativ gute

00:18:43.410 --> 00:18:45.420
Kommunikationsstrukturen entwickelt haben.

00:18:45.420 --> 00:18:46.477
Ich will die jetzt gar nicht hier

00:18:46.502 --> 00:18:47.326
im Einzelnen vorstellen,

00:18:47.351 --> 00:18:49.080
weil die Zeit dann auch zu knapp wird.

00:18:49.680 --> 00:18:52.740
Aber Sie sehen einmal hier unsere Gremienstruktur,

00:18:52.899 --> 00:18:55.740
wo eben auch ein regelmäßiger Austausch stattfindet.

00:18:57.270 --> 00:19:01.230
Wir haben oben eine strategische Steuerung, wo auch die

00:19:01.230 --> 00:19:04.064
Landes Wohlfahrtsverbände mit beteiligt sind,

00:19:04.089 --> 00:19:06.128
in der Lenkungsgruppe, wo Politik,

00:19:06.231 --> 00:19:09.510
auch Sozialministerium des Landes beteiligt ist.

00:19:10.110 --> 00:19:12.808
Und wir haben dann eine operative Ebene,

00:19:13.237 --> 00:19:17.240
fachliche Ebene, die ist mit dem obersten

00:19:17.241 --> 00:19:19.776
Gremium versehen, der Fachkonferenz.

00:19:20.283 --> 00:19:22.599
Und es gibt dann in allen drei Sozialräumen

00:19:22.624 --> 00:19:25.474
Sozialraumkonferenzen, die einmal im Monat tagen,

00:19:25.665 --> 00:19:29.936
wo das Leistungsgeschehen, die Leistungsinfrastruktur,

00:19:30.750 --> 00:19:33.270
die Infrastruktur der Eingliederungshilfe miteinander

00:19:33.270 --> 00:19:35.970
beraten wird, wo Kooperationen besprochen werden.

00:19:36.490 --> 00:19:39.759
In all diesen Gremien sind auch Nutzer vertreten,

00:19:41.190 --> 00:19:42.630
die aus Nutzerbeiratswahlen.

00:19:42.630 --> 00:19:43.889
Es gibt einen Nutzerbeirat,

00:19:43.890 --> 00:19:45.623
der alle zwei Jahre gewählt wird,

00:19:46.505 --> 00:19:49.740
sodass eben auch die betroffenen Menschen der

00:19:49.740 --> 00:19:52.329
Eingliederungshilfe in all diesen Gremien

00:19:52.358 --> 00:19:53.544
 mit beteiligt sind.

00:19:55.259 --> 00:19:57.300
Wie ich vorhin schon sagte, wird dieses System

00:19:57.300 --> 00:19:59.250
auch ständig weiterentwickelt und deshalb haben wir

00:19:59.250 --> 00:20:02.220
noch eine AG Revision, wo wir regelmäßig überprüfen,

00:20:02.220 --> 00:20:03.780
was können wir noch weiter verbessern?

00:20:04.385 --> 00:20:06.216
Und wir haben eine AG Auswertung.

00:20:06.840 --> 00:20:08.536
Sehen Sie rechts auf der Seite,

00:20:08.812 --> 00:20:10.770
wo das Finanzcontrolling stattfindet.

00:20:10.800 --> 00:20:13.410
Da gehe ich gleich noch mal detaillierter darauf ein.

00:20:13.410 --> 00:20:15.780
Aber Sie sehen hier unsere Gremienstruktur, wo eben ein

00:20:15.805 --> 00:20:17.360
ständiger Informationsaustausch,

00:20:17.439 --> 00:20:21.060
ständiger Kommunikationsaustausch stattfindet.

00:20:21.497 --> 00:20:23.976
Ja, ich komme zu den neuen Finanzierungsstrukturen,

00:20:24.001 --> 00:20:28.107
die wir in unserem Modellprojekt, das es anfangs war,

00:20:28.132 --> 00:20:31.603
von 2013 bis 2018 gefördert auch durch das Land

00:20:32.239 --> 00:20:33.372
entwickelt haben.

00:20:34.331 --> 00:20:37.450
Wie ich schon sagte, sind diese Strukturen nicht

00:20:37.570 --> 00:20:39.488
vorrangig erstmal entwickelt worden,

00:20:39.513 --> 00:20:40.839
um jetzt ein Budget einzuführen,

00:20:40.864 --> 00:20:42.871
sondern sie sind halt eingeführt worden,

00:20:43.395 --> 00:20:45.490
um die Leistungen, die fachlichen Leistungen

00:20:45.490 --> 00:20:46.810
flexibler zu gestalten.

00:20:46.840 --> 00:20:51.144
Denn das Problem der früheren Einzelfallleistungen

00:20:51.169 --> 00:20:55.438
ist eben, dass kein Geld für fallübergreifende Leistungen

00:20:55.463 --> 00:20:58.902
oder Angebote im Sozialraum vorhanden ist, sondern dass

00:20:58.927 --> 00:21:02.860
letztendlich nur eben der einzelne Fall bezahlt wird

00:21:03.370 --> 00:21:08.680
und quasi jeder Leistungsberechtigte eben einen Betrag X

00:21:08.705 --> 00:21:12.850
quasi für den vorgesehen ist und die Einrichtung

00:21:12.850 --> 00:21:15.127
immer auch nur auf diesen Einzelfall schaut.

00:21:15.152 --> 00:21:16.982
Wie ich vorhin eben auch schon darstellte,

00:21:17.007 --> 00:21:18.424
dass die Einrichtungen darauf achten,

00:21:18.425 --> 00:21:20.115
dass eben Fälle auch oder

00:21:20.140 --> 00:21:22.270
Plätze eben sofort wieder nachbesetzt werden.

00:21:22.270 --> 00:21:26.650
Bzw. Menschen eben auch erst mal erst dann vielleicht

00:21:26.650 --> 00:21:29.590
aus der Einrichtung oder aus dem Angebot rausdürfen,

00:21:29.892 --> 00:21:32.020
wenn dann ein Nachfolger gefunden oder eine

00:21:32.020 --> 00:21:35.650
Nachfolgerin gefunden ist, um das abzustellen,

00:21:35.675 --> 00:21:38.667
haben wir ein Stück weit versucht, das Ganze

00:21:38.692 --> 00:21:40.515
flexibler zu gestalten in der Finanzierung.

00:21:40.540 --> 00:21:43.562
Und die Lösung waren dann und sind dann bis heute

00:21:43.587 --> 00:21:46.179
Einrichtungsbudgets, inzwischen auch Trägerbudgets,

00:21:46.204 --> 00:21:48.539
wo ein Träger für mehrere Einrichtungen

00:21:48.564 --> 00:21:49.962
ein Budget bekommt.

00:21:50.685 --> 00:21:53.347
Wir haben damals das so berechnet,

00:21:53.372 --> 00:21:56.501
dass wir den Ausgangswert von 2011,

00:21:56.526 --> 00:22:00.234
wir sind ja 2013 gestartet von 2011 genommen haben,

00:22:00.259 --> 00:22:04.611
haben das dann mal abgeschätzt. Passt das noch?

00:22:04.870 --> 00:22:07.090
War es ein besonderes Jahr, wo vielleicht besonders

00:22:07.090 --> 00:22:10.450
wenig Geld gezahlt wurde

00:22:10.480 --> 00:22:12.698
in Einzelfallhilfen, wurde besonders viel gezahlt,

00:22:12.723 --> 00:22:13.923
aus besonderen Gründen.

00:22:14.280 --> 00:22:18.310
Und haben dann diese Werte aus 2011 plus 2 % für 2012

00:22:18.340 --> 00:22:23.110
plus 2 % für 2013 genommen und haben entsprechende

00:22:23.110 --> 00:22:25.858
Budgets dann entwickelt für die einzelnen Einrichtungen,

00:22:25.883 --> 00:22:27.790
für die einzelnen Dienste.

00:22:29.820 --> 00:22:32.448
Zweck und Sinn ist eben, dass die Einrichtung

00:22:32.473 --> 00:22:34.775
oder die Träger und die Dienste

00:22:34.856 --> 00:22:37.827
frei über diese Budgets verfügen können,

00:22:37.954 --> 00:22:39.480
unabhängig vom Einzelfall.

00:22:39.992 --> 00:22:42.210
Das heißt also auch beispielsweise für die Arbeit im

00:22:42.210 --> 00:22:45.208
Sozialraum das Geld einsetzen können,

00:22:45.233 --> 00:22:50.190
präventiv auch beispielsweise, damit natürlich modulhafte

00:22:50.190 --> 00:22:54.240
Einzelfallhilfen ausgestalten können.

00:22:55.144 --> 00:22:56.730
Ich erlebe es jetzt hier. Ich sitze auch in der

00:22:56.730 --> 00:22:58.950
Vertragskommission auf Landesebene zur Verhandlung des

00:22:58.950 --> 00:23:01.050
neuen Landesrahmenvertrages und gerade jetzt,

00:23:01.050 --> 00:23:04.696
im Hinblick auf die neue Ausgestaltung der Leistungen

00:23:04.721 --> 00:23:08.440
nach dem SGB neun ist es so, dass viele Einrichtungen

00:23:08.465 --> 00:23:11.104
eben auch befürchten, durch modulhafte Ausgestaltung,

00:23:11.129 --> 00:23:14.312
dass die sichere Finanzierung der Maßnahmen,

00:23:14.337 --> 00:23:15.313
wenn es dann eben auf

00:23:15.338 --> 00:23:18.570
Einzelfallfinanzierung ausgerichtet ist, verloren geht.

00:23:19.581 --> 00:23:22.260
Das ist etwas, was wir durch Budgets, wo eben eine

00:23:22.260 --> 00:23:25.375
feste Finanzierung Vorgesehen ist, ausschließen können,

00:23:25.416 --> 00:23:27.328
dass dort ein Finanzierungsrisiko

00:23:27.329 --> 00:23:29.208
für die Einrichtungen besteht.

00:23:29.978 --> 00:23:32.000
Wichtige Voraussetzungen für die Einführung

00:23:32.000 --> 00:23:35.150
der Budgets war, dass die Leistungserbringer

00:23:35.150 --> 00:23:38.248
miteinander kooperieren und sich und das ist sehr,

00:23:38.273 --> 00:23:41.128
sehr wichtig in dieser AG Auswertung,

00:23:41.153 --> 00:23:41.873
die ich schon nannte,

00:23:41.898 --> 00:23:43.760
wo unser Finanzcontrolling stattfindet,

00:23:44.035 --> 00:23:47.752
auch gegenseitig ihre Buchführung offenlegen

00:23:47.753 --> 00:23:50.815
und gegenseitig ihre Abrechnungen von Aufwand

00:23:50.840 --> 00:23:53.120
und Einnahmen darlegen.

00:23:56.240 --> 00:23:59.450
Einmal vielleicht zu den Grundlagen, weil ich immer

00:23:59.450 --> 00:24:02.354
wieder höre na ja, Budgets sind eigentlich möglich.

00:24:02.690 --> 00:24:05.060
Wie sind die rechtlichen Grundlagen für die Einführung

00:24:05.060 --> 00:24:08.480
von Budgets. 2011 oder 2013

00:24:08.510 --> 00:24:11.900
als wir damit gestartet sind, mussten wir uns zunächst

00:24:11.930 --> 00:24:15.140
mal im schleswig holsteinischen Landesrahmenvertrag

00:24:15.170 --> 00:24:18.208
damals auf die Experimentierklausel noch beziehen.

00:24:18.680 --> 00:24:20.870
Und wir mussten eine Modellprojektvereinbarung mit dem

00:24:20.870 --> 00:24:22.505
Land Schleswig Holstein schließen

00:24:22.506 --> 00:24:24.280
 als unsere Rechtsaufsicht.

00:24:25.764 --> 00:24:27.450
Und das haben wir damals gemacht.

00:24:27.480 --> 00:24:29.100
Das wurde auch mitgetragen vom Land.

00:24:29.250 --> 00:24:31.260
Das waren damals die rechtlichen Grundlagen.

00:24:31.768 --> 00:24:33.750
Immer wieder werde ich auch gefragt: Was ist eigentlich

00:24:33.750 --> 00:24:35.580
mit dem individuellen Rechtsanspruch?

00:24:35.610 --> 00:24:38.070
Den schließen wir ja nicht aus durch die Budgets.

00:24:38.310 --> 00:24:41.280
Denn zunächst mal, und das ist auch die Rechtsprechung

00:24:41.280 --> 00:24:44.703
des Bundessozialgerichtes, sagt das Bundessozialgericht,

00:24:44.728 --> 00:24:47.936
ist in der EGH ein Sachleistungsverschaffunsanspruch

00:24:48.182 --> 00:24:50.580
des Leistungsberechtigten vorhanden.

00:24:50.580 --> 00:24:53.610
Das heißt, wir versorgen die Menschen ja mit

00:24:53.610 --> 00:24:57.216
entsprechender Unterstützung durch Dienste,

00:24:57.241 --> 00:25:00.270
durch Einrichtungen, und das ist ja auch gesichert.

00:25:00.300 --> 00:25:02.280
Das heißt, und auch viel besser gesichert

00:25:02.280 --> 00:25:04.350
im Grunde genommen, weil es noch viel individueller ist

00:25:04.380 --> 00:25:06.993
und noch viel maßgeschneiderter ist als vorher.

00:25:07.500 --> 00:25:09.832
Das heißt, der individuelle Rechtsanspruch

00:25:09.857 --> 00:25:12.392
auf Eingliederungshilfe, auf die Hilfe und

00:25:12.417 --> 00:25:15.207
die Unterstützung wird optimal bei uns auch verwirklicht.

00:25:15.270 --> 00:25:18.030
Das heißt, dieser Anspruch der

00:25:18.030 --> 00:25:21.466
Sachleistungsverschaffung wird bei uns auch voll erfüllt.

00:25:22.663 --> 00:25:25.370
Es gibt und so nehme ich, so nehmen wir auch

00:25:25.370 --> 00:25:27.200
die Rechtsprechung des BSG wahr.

00:25:27.462 --> 00:25:30.008
Keinen Anspruch auf einen bestimmten Betrag X

00:25:30.033 --> 00:25:32.915
ja, mit Ausnahme des persönlichen Budgets.

00:25:32.940 --> 00:25:34.525
Das ist nun mal eine Sondersituation,

00:25:34.779 --> 00:25:37.010
aber das wird bei uns auch umgesetzt.

00:25:37.040 --> 00:25:38.930
Es gibt auch persönliche Budgets, die werden dann

00:25:38.960 --> 00:25:41.810
behandelt wie Selbstzahler, quasi in den Einrichtungen.

00:25:42.470 --> 00:25:43.640
Auch das ist möglich.

00:25:44.210 --> 00:25:46.520
Aber derjenige, der eben kein persönliches Budget hat,

00:25:46.520 --> 00:25:48.710
sondern eben eine Sachleistung bekommt, wird eben mit

00:25:48.710 --> 00:25:51.128
seinem Rechtsanspruch optimal verwirklicht.

00:25:51.153 --> 00:25:52.128
Wer ein persönliches Budget hat,

00:25:52.129 --> 00:25:53.560
bekommt sein persönliches Budget.

00:25:53.751 --> 00:25:55.340
Auch das können wir optimal abbilden.

00:25:56.990 --> 00:25:58.553
Heute ist es so, dass wir auch im

00:25:58.578 --> 00:26:03.776
Paragraf 125 Absatz drei Satz vier ist ja auch festgelegt

00:26:03.801 --> 00:26:06.196
im SGB neun inzwischen, dass eben auch andere

00:26:06.221 --> 00:26:10.525
Verfahren zur Vergütung der Fachleistung möglich sind.

00:26:10.550 --> 00:26:12.890
Und im Landesrahmenvertrag von Schleswig Holstein ist

00:26:12.890 --> 00:26:17.480
inzwischen auch festgelegt, dass die Vergütung im

00:26:17.480 --> 00:26:20.120
Rahmen von Budgets erfolgen kann.

00:26:20.150 --> 00:26:22.967
In Paragraf 22, Absatz eins Satz zwei

00:26:23.168 --> 00:26:25.616
ist das explizit aufgeführt, so dass wir inzwischen auch

00:26:25.641 --> 00:26:29.700
eine förmliche Rechtsgrundlage für unsere Budgets haben.

00:26:31.640 --> 00:26:32.870
Was heißt eigentlich Budget?

00:26:32.900 --> 00:26:36.830
Budget heißt, dass ein eine bestimmte Summe Geld an

00:26:36.830 --> 00:26:39.590
eine Einrichtung oder einen Dienst ausgezahlt wird,

00:26:39.895 --> 00:26:43.310
ohne dass da zunächst mal eine feste Anzahl von Fällen

00:26:43.310 --> 00:26:46.340
eine bestimmte Menge von Hilfebedarf gegenübersteht,

00:26:46.340 --> 00:26:49.670
sondern dass eben flexibel gehandhabt werden kann und

00:26:49.670 --> 00:26:52.968
damit letztendlich natürlich auch sehr flexibel,

00:26:52.993 --> 00:26:55.668
sehr ressourcenorientiert an den individuellen Bedarfen

00:26:55.693 --> 00:26:58.573
der Betroffenen gearbeitet werden kann.

00:26:58.750 --> 00:27:00.500
Es bedeutet nicht, wie ich schon sagte, dass

00:27:00.530 --> 00:27:04.267
individuelle Rechtsansprüche der Menschen versagt werden

00:27:04.418 --> 00:27:06.680
oder dass beispielsweise wenn das Budget jetzt

00:27:07.040 --> 00:27:10.272
aufgebraucht ist, dann die Leistung eingestellt

00:27:10.297 --> 00:27:13.497
werden muss, sondern es ist auch beispielsweise so,

00:27:13.522 --> 00:27:16.168
dass wir Öffnungsklauseln haben und wenn es jetzt

00:27:16.193 --> 00:27:19.720
zu Preissteigerungen kommt, dann ist es auch möglich,

00:27:19.745 --> 00:27:23.223
dass Budgets im laufenden Jahr angepasst werden

00:27:23.248 --> 00:27:24.340
für die Zukunft.

00:27:25.492 --> 00:27:27.440
Budgets bedeutet im Übrigen auch nicht,

00:27:27.465 --> 00:27:30.250
dass ungesteuert und intransparent Geld ausgegeben wird,

00:27:30.353 --> 00:27:33.028
weil wir eben und das zeige ich gleich noch mal

00:27:33.300 --> 00:27:39.744
sehr häufig und sehr, also jedes Quartal

00:27:39.769 --> 00:27:43.005
eine Abrechnung bekommen der Einrichtung, sodass sehr

00:27:43.030 --> 00:27:46.780
transparent dargestellt wird, welche Einnahmen und

00:27:46.780 --> 00:27:48.670
Ausgaben die Einrichtungen haben.

00:27:50.860 --> 00:27:53.166
Wir haben uns 2013 dagegen entschieden,

00:27:53.191 --> 00:27:55.341
exklusive Sozialraumbudgets zu machen

00:27:55.366 --> 00:27:57.880
oder exklusive Sozialraumträger. Das gibt es ja auch.

00:27:58.090 --> 00:27:59.473
Das haben wir in der Jugendhilfe auch,

00:27:59.498 --> 00:28:01.420
dass dort fünf Sozialräume bestehen.

00:28:01.450 --> 00:28:04.150
Und dann gibt es pro Sozialraum einen Sozialraumträger

00:28:04.175 --> 00:28:07.690
mit einem Budget und andere Leistungserbringer

00:28:07.690 --> 00:28:09.190
sind ein Stück weit ausgeschlossen.

00:28:09.190 --> 00:28:11.410
Das haben wir nicht gemacht, weil wir sind eine sehr

00:28:11.410 --> 00:28:14.590
vielfältige Struktur der Leistungserbringer im Kreis

00:28:14.590 --> 00:28:17.890
haben sehr kleinteilig und das hätte dazu geführt,

00:28:17.915 --> 00:28:21.065
dass wir natürlich dann auch möglicherweise bestehende

00:28:21.090 --> 00:28:23.599
Leistungserbringer hätten ausschließen müssen

00:28:23.624 --> 00:28:24.810
oder die nicht mehr so

00:28:27.150 --> 00:28:29.520
sich nicht so optimal beteiligen könnten, wie wir es

00:28:29.550 --> 00:28:31.590
bisher oder wie wir es gerne haben.

00:28:32.028 --> 00:28:34.713
So, das heißt, wir haben keine Sozialbudgets eingeführt,

00:28:34.738 --> 00:28:37.377
sondern wir haben eben Einrichtungsbudgets eingeführt.

00:28:37.402 --> 00:28:39.840
Jede Einrichtung bekommt ein Budget eben

00:28:39.840 --> 00:28:41.130
für seine Einrichtung.

00:28:42.901 --> 00:28:44.940
Wie ich schon sagte, das erste Budget wurde dann auf

00:28:44.940 --> 00:28:49.080
Grundlage der Abrechnungen 2011 entwickelt,

00:28:50.452 --> 00:28:51.963
mit einer Steigerungsrate,

00:28:51.988 --> 00:28:54.682
die wir fest vereinbart haben von 2 % pro Jahr.

00:28:56.250 --> 00:28:59.762
Mehrkosten, die das Budget übersteigen,

00:28:59.817 --> 00:29:03.060
werden seit 2015 nicht mehr erstattet.

00:29:04.235 --> 00:29:06.720
Wir hatten am Anfang noch die Regelung, dass wir einen

00:29:06.750 --> 00:29:08.400
Defizitausgleich vorgenommen haben.

00:29:08.400 --> 00:29:12.266
Das heißt, von 2013 bis 2015 war es so,

00:29:12.536 --> 00:29:16.510
dass den Einrichtungen und Diensten zugesichert war,

00:29:16.510 --> 00:29:19.185
wenn Sie ein Defizit erwirtschaften mit dem Budget,

00:29:19.210 --> 00:29:22.690
dann kriegen Sie diesen Betrag X, der dann als Defizit ist

00:29:22.690 --> 00:29:24.730
am Ende des Jahres ausgeglichen.

00:29:24.982 --> 00:29:27.310
Das haben wir aber 2015 eingestellt.

00:29:27.482 --> 00:29:30.280
Seitdem gibt es auch eine feste jährliche Steigerung

00:29:30.280 --> 00:29:35.140
von 2 %, wenn die Falltage das sind quasi

00:29:35.170 --> 00:29:39.430
auch Fallzahlen. Also ein Fall hat ja 30 Tage,

00:29:39.460 --> 00:29:41.200
sozusagen 30 Tage im Monat.

00:29:41.200 --> 00:29:45.820
Und wenn diese Tage diese Falltage, wo jemand eben

00:29:46.612 --> 00:29:48.891
pro Tag Leistungen in Anspruch nimmt,

00:29:48.916 --> 00:29:52.521
wenn die um 5 % steigen, so gibt es die Möglichkeit,

00:29:52.522 --> 00:29:53.642
auch im laufenden Jahr

00:29:53.667 --> 00:29:57.070
Gespräche über Budgetanpassungen durchzuführen.

00:29:59.855 --> 00:30:02.110
Ich habe gerade gesehen, dass hier im Forum da kam die

00:30:02.110 --> 00:30:03.943
Frage was ist ein Sozialraumträger?

00:30:03.968 --> 00:30:08.258
Ein Sozialraumträger ist eben ein Leistungserbringer,

00:30:08.658 --> 00:30:12.418
der für einen Sozialraum als Verantwortlicher

00:30:12.443 --> 00:30:17.930
ausgewählt wird, um dann sozusagen in dem Sozialraum

00:30:19.130 --> 00:30:22.905
das Leistungsgeschehen für den Leistungsträger zu regeln.

00:30:23.988 --> 00:30:26.988
Der bekommt dann ein festes Budget, eine Summe X

00:30:27.123 --> 00:30:30.890
und mit diesem Budget muss er im Sozialraum

00:30:30.890 --> 00:30:33.473
wirtschaften und die Menschen,

00:30:33.498 --> 00:30:37.306
die in dem Sozialraum leben, mit Leistungen versorgen.

00:30:37.902 --> 00:30:38.960
Das kann er selber machen.

00:30:38.960 --> 00:30:41.353
Er kann aber auch andere Leistungserbringer beauftragen.

00:30:41.378 --> 00:30:43.893
So haben wir das in der Jugendhilfe bei uns.

00:30:45.917 --> 00:30:48.244
Diese Sozialraumträger werden ausgeschrieben

00:30:49.109 --> 00:30:50.829
in einem Vergabeverfahren

00:30:51.179 --> 00:30:54.380
und alle fünf Jahre neu vergeben.

00:30:54.647 --> 00:30:56.390
Wie gesagt, das bedeutet aber, dass ich im Grunde

00:30:56.390 --> 00:31:00.020
genommen fünf Träger habe, die sehr zentral agieren und

00:31:00.804 --> 00:31:03.200
viele andere Leistungserbringer, die dann eventuell

00:31:03.200 --> 00:31:06.350
hinten runterfallen oder sich dann sozusagen diesen

00:31:06.350 --> 00:31:08.330
Sozialraumträger unterordnen müssen.

00:31:08.750 --> 00:31:11.940
Und das kann zu Konflikten führen, wenn man eben eine

00:31:11.940 --> 00:31:14.460
sehr kleinteilige Leistungserbringerstruktur hat.

00:31:15.090 --> 00:31:16.498
Deshalb haben wir uns dagegen entschieden

00:31:16.499 --> 00:31:17.850
in Nordfriesland

00:31:18.482 --> 00:31:23.439
Wir haben, wie gesagt, eine Abrechnungsstruktur,

00:31:23.464 --> 00:31:25.800
die vorsieht, dass jedes Quartal

00:31:25.800 --> 00:31:29.460
vereinfachte Ist-Kosten abgerechnet und Abrechnungen

00:31:29.490 --> 00:31:30.553
vorgelegt werden.

00:31:30.578 --> 00:31:32.602
Dies zeige ich gleich noch mal, wie das geht.

00:31:34.250 --> 00:31:35.940
Diese Abrechnung erfolgt nach

00:31:35.970 --> 00:31:38.250
einem vereinfachten Verfahren zunächst einmal.

00:31:38.280 --> 00:31:39.645
Wobei, wenn wir Fragen haben,

00:31:39.646 --> 00:31:40.926
sind wir aber auch berechtigt,

00:31:40.951 --> 00:31:44.070
sämtliche Unterlagen einzusehen.

00:31:45.027 --> 00:31:46.913
Die Budgets werden in monatlichen Abschlägen,

00:31:46.938 --> 00:31:49.274
also immer 1/12 sozusagen der Budgetsumme

00:31:49.299 --> 00:31:52.641
monatlich ausgezahlt. Und ein sehr,

00:31:52.666 --> 00:31:56.820
sehr wichtiger Punkt ist, dass Investitionen,

00:31:56.850 --> 00:31:59.010
wir reden hier aber nur über Neuinvestitionen,

00:31:59.010 --> 00:32:01.560
d. h. jetzt nicht über Ersatzbeschaffung oder so etwas,

00:32:01.560 --> 00:32:04.290
sondern einfach über komplett neue Investitionen,

00:32:04.290 --> 00:32:06.750
Anbauten, die sozusagen neu entstehen etc.

00:32:07.080 --> 00:32:11.020
Die über 5.000 € Investitionssumme liegen und auch

00:32:11.050 --> 00:32:12.160
zusätzliches Personal.

00:32:12.160 --> 00:32:15.670
Das heißt auch hier nicht Nachbesetzung von bisher

00:32:15.700 --> 00:32:18.190
schon vorhandenen Stellen, sondern eben neues Personal.

00:32:18.220 --> 00:32:19.870
Neue Stelle, die geschaffen wird.

00:32:20.170 --> 00:32:22.810
Dieses Personal muss in den genannten

00:32:22.810 --> 00:32:26.470
Sozialraumkonferenzen abgestimmt werden zwischen allen

00:32:26.470 --> 00:32:29.530
Leistungserbringern und dem Leistungsträger, dem Kreis.

00:32:29.710 --> 00:32:31.810
Und nur wenn das einvernehmlich erfolgt ist.

00:32:31.810 --> 00:32:33.906
Die Sozialraumkonferenzen tagen ja wie gesagt,

00:32:33.931 --> 00:32:35.491
einmal im Monat in allen Sozialräumen.

00:32:36.670 --> 00:32:41.020
Und nur wenn das dort einstimmig beschlossen wurde,

00:32:41.020 --> 00:32:44.020
dass diese Investitionen erfolgen darf oder dass das

00:32:44.020 --> 00:32:48.065
Personal eingestellt werden darf, darf eben auch

00:32:48.745 --> 00:32:50.577
die Einrichtung oder der Dienst dann eben

00:32:50.602 --> 00:32:53.338
die Investitionen tätigen oder das Personal einstellen.

00:32:54.970 --> 00:32:57.753
Das ist eben ein Ausschluss

00:32:57.778 --> 00:33:01.737
der gemeinsamen Finanzverantwortung, die wir mit

00:33:01.762 --> 00:33:04.075
der Sozialraumorientierung eingeführt haben.

00:33:05.590 --> 00:33:08.170
Wir haben die Einrichtungsbudgets auf freiwilliger

00:33:08.170 --> 00:33:10.337
Basis eingeführt. Wir haben niemanden verpflichtet,

00:33:10.362 --> 00:33:12.458
das Budget in Anspruch zu nehmen.

00:33:13.030 --> 00:33:15.490
Wir sind am Anfang gestartet mit einer gewissen Anzahl

00:33:15.490 --> 00:33:18.820
von Leistungserbringern, die das mitmachen wollten.

00:33:19.289 --> 00:33:22.300
Es sind inzwischen fast alle Einrichtungen in

00:33:22.300 --> 00:33:26.050
Nordfriesland im Rahmen des Budgets unterwegs.

00:33:26.290 --> 00:33:28.750
Wir haben nur noch ganz wenige zwei, drei Einrichtungen

00:33:28.750 --> 00:33:32.200
im Kreisgebiet oder Dienste, die kein Budget in

00:33:32.200 --> 00:33:34.810
Anspruch nehmen, die noch in Einzelfällen abrechnen.

00:33:35.980 --> 00:33:39.010
Auch die Werkstätten beispielsweise, die am Anfang sehr

00:33:39.010 --> 00:33:43.540
große Fragen und Zweifel hatten, sind inzwischen alle

00:33:43.720 --> 00:33:45.670
mit im Budget dabei.

00:33:46.464 --> 00:33:47.289
Wie ich schon sagte,

00:33:47.290 --> 00:33:49.721
ist das Budget auch flexibel verwendbar.

00:33:52.186 --> 00:33:53.475
Und es ermöglicht eben

00:33:53.500 --> 00:33:56.800
einfach auch Angebote zu schaffen, die unabhängig vom

00:33:56.800 --> 00:34:00.010
Einzelfall sind, weil unspezifische Angebote.

00:34:00.247 --> 00:34:03.340
Und es ermöglicht auch darüber hinaus mehr Kooperation

00:34:03.340 --> 00:34:05.260
zwischen den Leistungserbringern, weil die eben eine

00:34:05.290 --> 00:34:08.010
hohe Planungssicherheit haben durch die Budgets

00:34:08.040 --> 00:34:10.050
und deshalb eben einfach auch Kooperationen viel

00:34:10.050 --> 00:34:13.710
leichter eingehen können, als wenn man nur auf der

00:34:13.710 --> 00:34:15.930
Basis von Einzelfällen finanziert wird.

00:34:16.650 --> 00:34:19.260
Wichtiger Punkt ist, dass die Leistungserbringer und

00:34:19.260 --> 00:34:22.110
der Leistungsträger, der Kreis im Sozialraum gemeinsam

00:34:22.110 --> 00:34:24.870
die Verantwortung und Finanzverantwortung tragen.

00:34:26.759 --> 00:34:28.410
Wir haben, wie ich schon dargestellt hatte,

00:34:28.410 --> 00:34:35.348
verschiedene Gremien in unserer Sozialraumorientierung.

00:34:37.440 --> 00:34:41.174
Letztentscheidungsrecht bleibt beim BGH Träger,

00:34:41.199 --> 00:34:44.135
also beim Kreis, beim gemäß Gesetz.

00:34:44.160 --> 00:34:47.400
Wenn es jetzt sozusagen darauf hinauslaufen sollte,

00:34:47.400 --> 00:34:50.190
dass wir mal nicht einstimmig entscheiden können,

00:34:50.355 --> 00:34:53.970
es gibt dann ein Clearingverfahren, das mehrstufig

00:34:54.270 --> 00:34:56.460
gestaffelt ist auf verschiedenen Ebenen.

00:34:56.742 --> 00:34:58.361
Und wenn am Ende dieses Clearing - Verfahrens

00:34:58.386 --> 00:34:59.457
das mal so sein sollte,

00:34:59.482 --> 00:35:01.265
was bisher aber noch nie der Fall war in den

00:35:01.290 --> 00:35:05.340
vergangenen fast zehn Jahren, dass man sich nicht

00:35:05.340 --> 00:35:09.540
einigen kann. Dann würde der Kreis am Ende entscheiden.

00:35:09.540 --> 00:35:11.880
Das ist festgelegt in den Verträgen, die wir

00:35:11.880 --> 00:35:14.010
geschlossen haben. Aber wie gesagt, das ist auch noch

00:35:14.010 --> 00:35:16.440
nie vorgekommen, dass es sozusagen keine Einigung gab

00:35:16.470 --> 00:35:17.640
im Clearing - Verfahren.

00:35:18.958 --> 00:35:20.670
Deshalb ist das erst mal eigentlich erst mal eine

00:35:20.670 --> 00:35:25.380
theoretische Regelung, die aber in der Praxis bisher

00:35:25.380 --> 00:35:26.760
noch nie Anwendung gefunden hat.

00:35:27.960 --> 00:35:30.630
Möglich ist auch Budgetverschiebungen zwischen den

00:35:30.630 --> 00:35:32.370
einzelnen Einrichtungen.

00:35:33.900 --> 00:35:38.580
Das versuchen wir gerade noch weiter zu verfeinern.

00:35:39.540 --> 00:35:42.930
Beispielsweise dadurch, dass wenn eine Einrichtung oder

00:35:42.930 --> 00:35:46.950
ein Leistungserbringer Überschüsse hat, eine andere

00:35:46.980 --> 00:35:50.161
Einrichtung, ein anderer Leistungserbringer Defizit hat,

00:35:50.494 --> 00:35:53.409
dass dann auch untereinander ein Ausgleich erfolgen soll,

00:35:53.434 --> 00:35:55.121
das haben wir noch nicht so optimal verwirklicht.

00:35:55.146 --> 00:35:58.177
Da sind wir gerade dabei, das noch weiterzuentwickeln,

00:35:58.539 --> 00:36:02.580
dass dann eben einfach auch das eine Budget das andere

00:36:02.580 --> 00:36:05.850
Budget ausgleichen kann, nicht vollständig mit

00:36:05.850 --> 00:36:08.220
bestimmten Grundsätzen, dass nur ein gewisser

00:36:08.220 --> 00:36:10.980
Prozentsatz ausgeglichen wird bzw. ein gewisser

00:36:10.980 --> 00:36:13.080
Prozentsatz des Überschusses verwendet wird.

00:36:13.621 --> 00:36:17.400
Aber das ist ein Ansatz, wie wir uns noch

00:36:17.400 --> 00:36:20.070
weiterentwickeln wollen, das eben einfach noch mehr

00:36:20.070 --> 00:36:23.160
Ausgleich zwischen den Budgets stattfindet, um damit

00:36:23.190 --> 00:36:25.680
auch noch mehr gemeinsame Finanzverantwortung zwischen

00:36:25.680 --> 00:36:29.070
Leistungserbringer und Leistungsträger umzusetzen.

00:36:32.550 --> 00:36:35.730
Die fachliche Weiterentwicklung, beispielsweise die

00:36:35.730 --> 00:36:39.780
Erschließung des Sozialraumes, die Schaffung von

00:36:39.780 --> 00:36:43.440
fallübergreifenden, Fall unspezifischen Hilfeangeboten

00:36:44.310 --> 00:36:48.270
muss durch Umsteuerung muss durch die Mittel aus dem

00:36:48.270 --> 00:36:51.360
Budget erwirtschaftet werden.

00:36:52.611 --> 00:36:54.750
Auch die Gremienarbeit, das, was ich dargestellt hatte,

00:36:54.750 --> 00:36:57.880
diese Gremienstruktur, die ja durchaus auch Zeit kostet,

00:36:57.912 --> 00:37:00.090
das muss man ehrlicherweise sagen, muss eben im

00:37:00.090 --> 00:37:02.952
Rahmen der Budgets mit abgedeckt werden

00:37:02.953 --> 00:37:04.174
in der Finanzierung.

00:37:04.979 --> 00:37:07.000
Und diese Freiräume müssen schon auch ein

00:37:07.000 --> 00:37:09.700
Stück weit durch die Einrichtungen dann auch

00:37:09.730 --> 00:37:10.810
erwirtschaftet werden.

00:37:12.160 --> 00:37:15.490
Die Vorteile des Einrichtungsbudgets sind, dass wir

00:37:15.520 --> 00:37:17.710
keine Einzelfallfinanzierung mehr haben, dass wir eine

00:37:17.710 --> 00:37:19.600
sehr vereinfachte Abrechnung haben.

00:37:19.976 --> 00:37:21.282
Wir haben also deutlich

00:37:22.928 --> 00:37:24.595
weniger Aufwand bei der Abrechnung.

00:37:25.270 --> 00:37:26.810
Wir haben kein Feilschen mehr

00:37:26.811 --> 00:37:29.417
um einzelne Fachleistungsstunden,

00:37:29.442 --> 00:37:30.767
wie ich das vorhin schon mal sagte.

00:37:31.339 --> 00:37:33.130
Wir haben eine gemeinsame Verantwortung von

00:37:33.130 --> 00:37:37.390
Leistungserbringern und des Leistungsträgers, was den

00:37:37.390 --> 00:37:39.040
Leistungserbringern sehr, sehr wichtig war.

00:37:39.070 --> 00:37:41.523
Es ist sehr gemeinsames Arbeiten,

00:37:41.548 --> 00:37:43.155
sehr partnerschaftliches Arbeiten

00:37:43.180 --> 00:37:44.923
auf Augenhöhe miteinander.

00:37:45.490 --> 00:37:47.851
Es besteht sowohl für die Leistungserbringer

00:37:47.876 --> 00:37:49.235
als auch für den Leistungsträger

00:37:49.236 --> 00:37:50.715
eben auch eine Planungssicherheit.

00:37:50.997 --> 00:37:52.698
Zu Beginn des Jahres ist relativ klar,

00:37:52.723 --> 00:37:55.960
welche Summe Geld zur Verfügung steht.

00:37:56.470 --> 00:37:58.750
Wie gesagt, im Einzelfall kann es Öffnungsklauseln

00:37:58.750 --> 00:38:01.520
geben und dann eben auch noch eine Erhöhung oder auch

00:38:01.550 --> 00:38:04.790
eine Senkung ist auch möglich, wenn die Fälle sinken

00:38:05.154 --> 00:38:07.970
über einen längeren Zeitraum um mehr als 5 %.

00:38:08.000 --> 00:38:09.829
Dann gibt es eben auch die Möglichkeit,

00:38:09.854 --> 00:38:11.196
Budgets zu senken.

00:38:11.775 --> 00:38:13.702
Durch all dieses wird das wirtschaftliche Handeln

00:38:13.741 --> 00:38:18.194
der Einrichtungen der Dienste noch stärker gefördert.

00:38:19.497 --> 00:38:21.177
Wir sehen es eben auch so,

00:38:21.202 --> 00:38:25.393
dass Struktur, Qualitätsanpassung noch einfacher und

00:38:25.418 --> 00:38:28.433
schneller umgesetzt werden können, weil letztendlich

00:38:28.458 --> 00:38:31.041
eben nicht mehr auf den Einzelfall geschaut werden muss.

00:38:31.066 --> 00:38:33.481
Bei Umstrukturierungen beispielsweise hatten wir

00:38:33.506 --> 00:38:36.496
eine Einrichtung, die ihr Angebot komplett auf den Kopf

00:38:36.521 --> 00:38:38.891
gestellt hat und von einer stationären Einrichtung.

00:38:38.916 --> 00:38:41.153
Das haben wir in verschiedenen Fällen gemacht.

00:38:42.430 --> 00:38:45.288
Von einer stationären Einrichtung auf ein ambulantes

00:38:45.288 --> 00:38:46.801
Komplexangebot umgestellt hat.

00:38:47.047 --> 00:38:49.651
Dabei war es so, dass über ein halbes Jahr auch Plätze

00:38:49.676 --> 00:38:51.505
nicht besetzt werden konnten in der Einrichtung.

00:38:51.530 --> 00:38:52.796
Es hätte natürlich ein riesiges

00:38:52.821 --> 00:38:54.281
Finanzierungsloch ausgelöst.

00:38:55.143 --> 00:38:58.608
Bei Einzelfallfinanzierung durch das Budget,

00:38:58.608 --> 00:39:01.530
war es eben möglich, dass diese Umstrukturierung

00:39:01.555 --> 00:39:04.841
stattgefunden haben, ohne dass die Einrichtung dort

00:39:04.866 --> 00:39:07.947
ein finanzielles Risiko hatte.

00:39:09.448 --> 00:39:11.024
Und last but not least, was ich eben auch schon zu

00:39:11.049 --> 00:39:14.201
Anfang sagte, die Leistungserbringer können Leistungen

00:39:14.226 --> 00:39:16.465
beenden und Hilfen beenden,

00:39:16.624 --> 00:39:18.033
wenn sie nicht mehr nötig sind,

00:39:18.207 --> 00:39:21.881
weil der Mensch eben vielleicht nicht mehr den

00:39:21.906 --> 00:39:25.321
Umfang der Leistung benötigt, wie es bisher war,

00:39:25.718 --> 00:39:28.480
ohne dass dadurch ein finanzieller Verlust entsteht.

00:39:29.563 --> 00:39:33.142
Und wir erleben es, dass eben Leistungen auch schneller

00:39:33.167 --> 00:39:34.390
früher beendet werden.

00:39:34.455 --> 00:39:36.728
Das erfolgt natürlich immer auch nur in Abstimmung

00:39:36.753 --> 00:39:38.994
mit unserer Hilfeplanung im Rahmen

00:39:39.019 --> 00:39:41.409
der gemeinsamen Hilfeplanung, die wir haben.

00:39:41.434 --> 00:39:45.823
Es gibt sogenannte kollegiale Fachberatung.

00:39:45.848 --> 00:39:48.521
Das ist ein Gremium, das mit drei Vertretern

00:39:48.546 --> 00:39:51.118
der Leistungserbringer und drei Vertretern

00:39:51.118 --> 00:39:53.361
des Kreises der Hilfeplanung besetzt ist,

00:39:53.386 --> 00:39:57.353
wo die einzelnen Hilfen konzipiert werden, die einzelnen

00:39:57.481 --> 00:40:01.531
Unterstützungssettings konzipiert werden und insofern

00:40:01.556 --> 00:40:03.482
werden keine Hilfen einfach mal so eingestellt,

00:40:03.507 --> 00:40:05.697
sondern das erfolgt eben nur nach umfänglicher Beratung.

00:40:06.704 --> 00:40:09.810
Und das ist aber auf jeden Fall möglich und das erfolgt

00:40:09.835 --> 00:40:12.895
auch schneller als früher.

00:40:14.800 --> 00:40:18.427
Überschüsse, die durch die Budgets erzielt werden,

00:40:18.691 --> 00:40:20.269
sind zu 10 %.

00:40:20.294 --> 00:40:24.074
Das ist so vertraglich festgelegt zu 10 % für

00:40:24.099 --> 00:40:27.609
sozialräumliche Arbeit, Fall unspezifische Arbeit

00:40:27.634 --> 00:40:31.473
einzusetzen und 90 % der Überschüsse verbleiben

00:40:31.498 --> 00:40:34.849
beim Leistungserbringer, sind aber auch zur Deckung

00:40:34.874 --> 00:40:38.954
möglicher Defizite in der Zukunft zurückzulegen.

00:40:39.302 --> 00:40:42.680
Das bedeutet, wenn sich bei uns ein Träger,

00:40:42.705 --> 00:40:46.721
ein Leistungserbringer meldet und darstellt er hat jetzt

00:40:46.746 --> 00:40:48.554
sein Budget ist nicht mehr auskömmlich,

00:40:48.579 --> 00:40:50.433
schauen wir auch darauf wie waren denn

00:40:50.458 --> 00:40:51.930
die Entwicklungen der vergangenen Jahre?

00:40:51.955 --> 00:40:53.215
Gab es dort Überschüsse?

00:40:54.276 --> 00:40:56.761
Dann wären diese Überschüsse zunächst einmal

00:40:56.786 --> 00:40:58.674
auch einzusetzen, um ein Defizit

00:40:58.699 --> 00:41:01.353
im laufenden Jahr auszugleichen.

00:41:04.715 --> 00:41:06.961
Für die Finanzierung sozialräumliche Arbeit

00:41:06.986 --> 00:41:09.873
stellt der Kreis darüber hinaus noch ein besonderes

00:41:09.898 --> 00:41:13.505
Budget zur Verfügung in Höhe von 0,5 %.

00:41:13.530 --> 00:41:14.730
So kann man das sagen.

00:41:14.883 --> 00:41:18.921
Der gesamten Aufwendungen der Eingliederungshilfe,

00:41:18.946 --> 00:41:22.554
also 0,5 % von 55 Millionen sozusagen.

00:41:23.121 --> 00:41:26.537
Das ist ein Topf, aus dem dann besondere Projekte für

00:41:26.562 --> 00:41:29.183
sozialräumliche Arbeit Fall unspezifische,

00:41:29.208 --> 00:41:32.361
Fall übergreifende Arbeit entwickelt werden.

00:41:32.597 --> 00:41:35.207
Diese Projekte werden in den

00:41:35.232 --> 00:41:38.905
Sozialraumkonferenzen entwickelt, beschlossen und dann

00:41:38.930 --> 00:41:41.761
auch im Hinblick auf die Finanzierung besprochen.

00:41:43.219 --> 00:41:45.018
Wie gesagt, das ist noch mal ein besonderer Topf,

00:41:45.043 --> 00:41:49.136
der zur Verfügung gestellt wird, mit dem dann auch

00:41:49.161 --> 00:41:54.450
solche sozialräumlichen Aktivitäten finanziert werden.

00:41:54.505 --> 00:41:56.395
Beispiele sind Inklusionssportgruppen.

00:41:56.433 --> 00:42:00.963
Beispiele sind, dass es ein Projekt gibt, hier des

00:42:00.988 --> 00:42:05.586
offenen Kanals in Husum, eines Radioprogramms,

00:42:05.611 --> 00:42:07.766
das von Menschen mit Behinderung gestaltet wird,

00:42:07.791 --> 00:42:10.608
aber auch von Menschen, die keine Behinderung haben.

00:42:12.179 --> 00:42:14.745
Gemeinsam gestaltet wird also solche Dinge.

00:42:14.770 --> 00:42:16.900
Treffpunkte, die wir haben, die ich ja schon nannte,

00:42:16.925 --> 00:42:19.205
Eckhus, Kunsteck etc.

00:42:19.858 --> 00:42:23.257
all das sind Fall unspezifische Angebote

00:42:23.582 --> 00:42:25.753
und die werden über diesen Topf finanziert.

00:42:28.370 --> 00:42:29.865
Dann am Schluss noch mal ganz

00:42:29.866 --> 00:42:31.425
kurz zu den Controlling - Instrumenten.

00:42:31.450 --> 00:42:33.656
da sagte ich schon, es gibt die AG Auswertungen,

00:42:33.681 --> 00:42:37.657
die einmal im Quartal tagt und dort werden eben

00:42:37.682 --> 00:42:41.530
die Ist-Kosten vorgelegt und ausgewertet.

00:42:42.200 --> 00:42:44.033
Ich zeige das gleich mal, wie das aussieht.

00:42:44.470 --> 00:42:46.962
In dieser AG Auswertung kontrollieren sich

00:42:46.987 --> 00:42:48.607
die Leistungserbringer auch gegenseitig.

00:42:48.689 --> 00:42:52.458
Es werden auch durchaus sehr dezidierte Fragen gestellt.

00:42:52.458 --> 00:42:54.642
Warum denn diese und jene Entwicklung so ist,

00:42:54.667 --> 00:42:57.434
beispielsweise Personalkostensteigerungen oder

00:42:57.459 --> 00:43:00.873
Sachkostensteigerungen so genau so ausfallen.

00:43:02.632 --> 00:43:03.490
Wir sind noch dabei,

00:43:03.515 --> 00:43:06.952
ein Wirkungscontrolling auszuarbeiten. Das läuft noch.

00:43:08.199 --> 00:43:10.537
Und wir hatten am Anfang, in den ersten fünf Jahren

00:43:10.562 --> 00:43:14.522
auch eine Evaluation der sozialräumlichen Entwicklung.

00:43:14.547 --> 00:43:16.557
Das würde jetzt den Zeitrahmen sprengen,

00:43:16.558 --> 00:43:17.424
hier darauf einzugehen.

00:43:17.449 --> 00:43:20.121
Wir haben also evaluiert zu Beginn

00:43:20.146 --> 00:43:22.388
als wir noch gar nicht im Projekt waren,

00:43:22.830 --> 00:43:25.137
dann in der Mitte der fünf Jahre, am Anfang

00:43:25.162 --> 00:43:28.310
des Modellprojektes und dann am Ende 2017

00:43:28.677 --> 00:43:31.985
und haben durch einen unabhängigen Evaluator

00:43:32.683 --> 00:43:33.968
eine konstante Verbesserung

00:43:33.993 --> 00:43:35.801
sowohl der fachlichen Arbeit, aber auch

00:43:35.826 --> 00:43:40.446
der Partizipation der Kooperation feststellen können.

00:43:40.471 --> 00:43:44.983
Durch unser Institut, das wir beauftragt hatten,

00:43:45.008 --> 00:43:46.761
bzw. das Land, das beauftragt hat.

00:43:48.622 --> 00:43:51.128
Sodass wir auch da eben eine Evaluation

00:43:51.153 --> 00:43:52.672
und Begleitung hatten.

00:43:53.164 --> 00:43:54.587
Dann vielleicht noch mal abschließend

00:43:54.612 --> 00:43:58.563
Wie erfolgt die Abrechnung der Einrichtungsbudgets

00:43:58.631 --> 00:44:01.646
und wie erfolgt die Vorlage in der AG Auswertung?

00:44:01.949 --> 00:44:04.109
Sie sehen hier mal so einen Bogen, wo die

00:44:04.134 --> 00:44:06.354
entsprechenden Werte jeweils für ein Quartal

00:44:06.379 --> 00:44:08.659
dann eingetragen werden oben die Einnahmen.

00:44:09.098 --> 00:44:10.937
Dann gibt es die Einnahmenskreise,

00:44:11.697 --> 00:44:15.881
dann darunter Einnahmen von anderen Leistungsträgern.

00:44:15.906 --> 00:44:18.066
Also beispielsweise gibt es ja auch Fälle aus dem Kreis

00:44:18.091 --> 00:44:20.308
Schleswig Flensburg, das ist ja unser Nachbarkreis,

00:44:20.797 --> 00:44:25.761
die hier in nordfriesischen Einrichtungen versorgt werden

00:44:25.786 --> 00:44:29.236
und dort werden noch Einzelfallvergütungen gezahlt.

00:44:29.261 --> 00:44:32.029
Die werden dann extra hier eben ausgewiesen und dann

00:44:32.054 --> 00:44:35.264
gibt es noch sonstige Einnahmen, Selbstzahler oder eben

00:44:35.289 --> 00:44:36.275
auch persönliches Budget,

00:44:36.300 --> 00:44:38.081
das wir als Selbstzahler betrachten.

00:44:38.414 --> 00:44:42.923
Diese Einnahmen werden dort aufgeführt

00:44:43.145 --> 00:44:44.213
und darunter dann eben

00:44:44.238 --> 00:44:47.328
die entsprechenden Aufwendungen Personalaufwand,

00:44:48.241 --> 00:44:52.156
Sachaufwand und am Ende ergibt sich ein Gesamtergebnis,

00:44:52.181 --> 00:44:53.951
ein Überschuss in diesem Fall hier.

00:44:54.930 --> 00:44:58.650
Und das wird eben in jeder Auswertung quartalsweise

00:44:58.675 --> 00:45:01.326
einmal am Ende des Quartals bzw. nach Beendigung

00:45:01.351 --> 00:45:03.397
des Quartals dann zur Kenntnis genommen.

00:45:03.422 --> 00:45:05.192
Dann wird geguckt gibt es besondere Entwicklungen?

00:45:05.217 --> 00:45:06.723
Gibt es besondere Auffälligkeiten?

00:45:08.471 --> 00:45:11.601
Unten sehen Sie noch die entsprechende Darstellung

00:45:11.626 --> 00:45:12.796
der Falltage.

00:45:12.968 --> 00:45:14.758
Gibt es dort eine besondere Steigerung?

00:45:14.783 --> 00:45:16.616
Gibt es dann vielleicht Anpassungsbedarf?

00:45:16.641 --> 00:45:20.661
Auch das wird betrachtet, so dass man sehr schnell

00:45:20.686 --> 00:45:23.498
sehr gut eine gesamte Übersicht hat und Überblick hat

00:45:23.523 --> 00:45:26.609
über die Finanzsituation der Einrichtungen

00:45:26.634 --> 00:45:27.721
oder des Dienstes.

00:45:29.205 --> 00:45:31.010
Das Ganze kann man dann auch in so einer

00:45:31.035 --> 00:45:32.508
Übersicht einmal zusammenfassen.

00:45:32.533 --> 00:45:34.855
Das ist jetzt schon eine etwas ältere Übersicht.

00:45:34.880 --> 00:45:36.615
Wir haben inzwischen auch noch deutlich mehr

00:45:36.640 --> 00:45:39.097
Einrichtungen und Anbieter im Budget,

00:45:39.719 --> 00:45:42.169
Aber Sie sehen hier auf einen Schlag sozusagen

00:45:42.867 --> 00:45:44.594
wie ist die finanzielle Entwicklung?

00:45:44.619 --> 00:45:45.418
Ich habe jetzt die Namen

00:45:45.443 --> 00:45:46.849
der Einrichtungen herausgenommen

00:45:47.824 --> 00:45:49.361
Vorne in der ersten Spalte.

00:45:49.521 --> 00:45:52.632
Aber Sie sehen eben, Sie können auf einen Schlag sehen,

00:45:52.657 --> 00:45:55.435
welche Einrichtungen, welche ambulanten Dienste oder

00:45:55.460 --> 00:45:58.617
Dienste haben ein Defizit, welche haben einen Überschuss.

00:45:59.998 --> 00:46:02.327
Und das ist dann die Gesamtübersicht,

00:46:02.352 --> 00:46:04.161
die dann eben auch im Rahmen der AG Auswertung

00:46:04.186 --> 00:46:05.314
zur Kenntnis genommen wird und

00:46:05.339 --> 00:46:06.761
eben auch Fragen gestellt werden

00:46:06.786 --> 00:46:08.736
Warum hat jemand besonders hohe Überschüsse?

00:46:08.871 --> 00:46:11.181
Kann ja sein, dass man längere Zeit Personalstellen

00:46:11.206 --> 00:46:13.441
nicht besetzt waren. Warum gibt es plötzlich

00:46:13.466 --> 00:46:16.313
ein hohes Defizit, während letztes Jahr noch

00:46:16.338 --> 00:46:18.321
ein hoher Überschuss vorhanden war?

00:46:19.118 --> 00:46:21.537
Also all diese Fragen können dann relativ leicht

00:46:21.562 --> 00:46:24.892
ausgewertet werden und in den Blick genommen werden.

00:46:26.839 --> 00:46:28.880
Ja, soweit mein Vortrag.

00:46:28.905 --> 00:46:31.001
Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und hoffe,

00:46:31.026 --> 00:46:33.713
dass ich vielleicht ein paar Anregungen für Ihre Arbeit

00:46:33.950 --> 00:46:35.270
geben konnte. Herzlichen Dank!

00:46:35.953 --> 00:46:37.617
(Hr. Bunzel) Ja, herzlichen Dank, Herr Grelck,

00:46:37.642 --> 00:46:39.570
für diesen wirklich umfangreichen

00:46:39.595 --> 00:46:41.441
und sehr interessanten Vortrag.

00:46:42.482 --> 00:46:45.572
Wir haben schon einige Fragen in den Chat hinein

00:46:45.597 --> 00:46:48.983
bekommen und ich bitte natürlich um Ihr Verständnis,

00:46:49.453 --> 00:46:51.630
dass wir nicht alle Fragen beantworten können oder

00:46:51.655 --> 00:46:53.178
nicht alle Fragen vorlegen können,

00:46:53.179 --> 00:46:54.958
sondern nur eine Auswahl.

00:46:56.315 --> 00:46:58.804
Ich beginne vielleicht mal mit einer Frage.

00:46:58.829 --> 00:47:02.054
Hier deckt die Steigerung von 2 % jährlich

00:47:02.079 --> 00:47:06.185
die Lohnkostensteigerung und was passiert, wenn nicht?

00:47:08.961 --> 00:47:10.945
(Hr. Grelck) Ja, also das war

00:47:10.970 --> 00:47:13.490
in den vergangenen Jahren hat es meistens gereicht.

00:47:13.515 --> 00:47:16.953
Das mag sein jetzt, dass es dann nicht mehr passt.

00:47:18.955 --> 00:47:22.267
Dort ist es auch so, dass natürlich erst mal

00:47:22.292 --> 00:47:25.681
geschaut wird ist das Budget auskömmlich?

00:47:26.053 --> 00:47:29.012
Gibt es ein Defizit oder gibt es weiterhin Überschuss?

00:47:29.665 --> 00:47:32.492
Wenn es jetzt dadurch ein Defizit gibt, dann ist es

00:47:32.492 --> 00:47:34.352
auch so, dass wir im Einzelfall das haben wir auch

00:47:34.382 --> 00:47:37.412
schon gemacht. Wir wollen ja keine Einrichtungen da ins

00:47:37.412 --> 00:47:41.522
Verderben führen. Natürlich auch im laufenden Jahr

00:47:41.552 --> 00:47:42.752
Anpassungen vornehmen.

00:47:42.752 --> 00:47:45.062
Wenn nachgewiesenermaßen jetzt weiß ich eine

00:47:45.062 --> 00:47:48.872
Lohnkostensteigerung von 4 % in den Tarifverträgen

00:47:48.872 --> 00:47:50.612
beispielsweise ausgehandelt wird.

00:47:51.010 --> 00:47:53.208
Dann gibt es dann auch da Anpassung.

00:47:53.233 --> 00:47:57.542
Das ist in der Vergangenheit in zwei, vielleicht drei

00:47:57.542 --> 00:47:59.972
Fällen mal vorgekommen, wo wir das gemacht haben.

00:48:00.286 --> 00:48:01.682
Mag sein, dass es vielleicht jetzt auch in der

00:48:01.682 --> 00:48:05.192
aktuellen Entwicklung noch häufiger vorkommen wird.

00:48:05.702 --> 00:48:09.238
In der Regel war es bisher so, dass diese 2 % ausreichten.

00:48:11.912 --> 00:48:14.209
(Hr. Bunzel) Hr. Fischer, sind Anfragen,

00:48:14.234 --> 00:48:16.472
Wortmeldungen bei Ihnen inzwischen angekommen?

00:48:17.137 --> 00:48:18.062
(Hr. Fischer) Ja, definitiv.

00:48:18.936 --> 00:48:21.225
(Hr. Fischer) Eine Frage zum Beispiel von Frau Brack

00:48:22.148 --> 00:48:23.578
Spielt es denn gar keine Rolle mehr

00:48:23.603 --> 00:48:25.687
ob die bewilligte personenzentrierte

00:48:25.712 --> 00:48:28.532
Fachleistungsstunde am Leistungsberechtigten

00:48:28.532 --> 00:48:30.152
tatsächlich erbracht wurde?

00:48:30.463 --> 00:48:32.138
Also reicht die Zielerreichung?

00:48:32.163 --> 00:48:35.146
Und was passiert, wenn die Ziele nicht erreicht werden?

00:48:38.686 --> 00:48:41.438
(Hr. Grelck) Die Ziele werden einmal im Jahr mindestens

00:48:42.423 --> 00:48:44.649
auf den Prüfstand gestellt die Erreichung.

00:48:46.342 --> 00:48:49.513
In der Tat ist es so, dass da eine Flexibilität besteht.

00:48:49.538 --> 00:48:51.271
Wenn also die Fachleistungsstunde.

00:48:51.374 --> 00:48:53.222
Wir reden gar nicht mehr über Fachleistungsstunden

00:48:53.222 --> 00:48:56.010
in diesem Sinne. Aber wenn sozusagen diese Leistung

00:48:56.035 --> 00:48:59.407
dann nicht mehr erforderlich ist oder

00:48:59.432 --> 00:49:03.212
der Leistungsberechtigte gar kein, vielleicht auch mal

00:49:03.212 --> 00:49:05.019
eine Zeit hat, wo er eben

00:49:05.020 --> 00:49:06.260
gar keine Leistung haben möchte.

00:49:06.285 --> 00:49:07.324
Das kommt ja auch vor.

00:49:07.325 --> 00:49:08.879
Also wir hatten früher die Situation,

00:49:08.904 --> 00:49:11.822
dass Dienste auch Leistungen erbracht haben,

00:49:12.756 --> 00:49:14.792
weil sie sie abrechnen möchten, obwohl der

00:49:14.792 --> 00:49:17.056
Leistungsberechtigte sie gar nicht haben wollte mehr

00:49:17.081 --> 00:49:20.162
vielleicht eine Zeit lang, dann wird sie auch

00:49:20.192 --> 00:49:21.692
nicht erbracht. Das ist richtig.

00:49:22.625 --> 00:49:26.402
Das Vertrauen in die Dienste und in die Einrichtungen,

00:49:26.402 --> 00:49:28.952
dass die Leistungen so erbracht werden, dass die Ziele

00:49:28.952 --> 00:49:31.293
optimal erreicht werden, ist da.

00:49:31.500 --> 00:49:33.392
Das ist sicherlich auch eine Vertrauensfrage.

00:49:33.809 --> 00:49:35.858
Ein Stück weit sehen wir es dann ja wirklich,

00:49:35.883 --> 00:49:38.800
was in der Zielerreichung passiert.

00:49:38.855 --> 00:49:41.342
Wenn wir da feststellen würden, das klappt gar nicht.

00:49:42.712 --> 00:49:44.992
Das mag dann ja auch mal in bestimmten Einrichtungen

00:49:44.992 --> 00:49:46.882
nur so sein oder in bestimmten Diensten.

00:49:47.310 --> 00:49:48.742
Dann würden wir natürlich intervenieren.

00:49:48.772 --> 00:49:50.242
Hatten wir bisher so noch nicht.

00:49:52.240 --> 00:49:53.745
Aber in der Tat wird das

00:49:54.969 --> 00:49:56.376
jetzt nicht mehr einzeln nachgehalten,

00:49:56.401 --> 00:49:58.544
dass die einzelnen Stunden auch erbracht werden,

00:49:58.569 --> 00:50:00.497
sondern es wird wirklich nachgehalten,

00:50:00.522 --> 00:50:02.152
dass die Ziele erreicht werden.

00:50:02.182 --> 00:50:02.482
Ja.

00:50:05.161 --> 00:50:06.988
(Hr. Fischer) Eine weitere Frage von Herrn Winter

00:50:07.013 --> 00:50:08.999
Wo haben sich die Grenzen und Nachteile,

00:50:09.024 --> 00:50:11.721
die der Struktur und Vorgehensweise gezeigt?

00:50:15.697 --> 00:50:18.742
(Hr. Grelck) Also die Vorteile hatte ich ja dargestellt.

00:50:19.012 --> 00:50:22.504
Nachteile haben wir bisher

00:50:24.129 --> 00:50:25.303
so noch nicht festgestellt.

00:50:25.328 --> 00:50:26.576
Natürlich braucht es Vertrauen.

00:50:28.937 --> 00:50:31.342
In gegenseitiges Vertrauen.

00:50:31.342 --> 00:50:33.104
Das ist gewachsen.

00:50:33.129 --> 00:50:34.648
Das war auch nicht so, dass das jetzt von Anfang an

00:50:34.673 --> 00:50:37.288
da war, sondern im Laufe der Zeit

00:50:37.313 --> 00:50:38.528
hat es sich auch entwickelt.

00:50:40.031 --> 00:50:42.567
Es braucht auch sicherlich die Fähigkeit,

00:50:42.592 --> 00:50:46.570
ein Stück weit loszulassen und im Einzelfall eben

00:50:46.595 --> 00:50:51.216
einfach auch darauf zu vertrauen, dass wir schon nicht

00:50:51.241 --> 00:50:53.119
geschubst werden von den Leistungserbringern.

00:50:53.144 --> 00:50:55.783
Gleichzeitig müssen die Leistungserbringer

00:50:55.808 --> 00:50:57.682
uns vertrauen, dass wir eben auch

00:50:57.682 --> 00:51:00.044
die Budgets so auszahlen, wie es vereinbart ist,

00:51:01.050 --> 00:51:03.968
und dass wir auch hier und da vielleicht bei

00:51:03.993 --> 00:51:06.192
den Fallsteigerungen dann auch nachsteuern.

00:51:06.217 --> 00:51:07.132
Das tun wir auch.

00:51:08.002 --> 00:51:11.585
Insofern kann ich Nachteile momentan gar nicht

00:51:11.610 --> 00:51:14.448
so dezidiert aufzeigen.

00:51:14.473 --> 00:51:17.138
Wir sehen bisher nur die Vorteile

00:51:17.288 --> 00:51:20.302
und die sind aus unserer Sicht sehr eindeutig.

00:51:21.202 --> 00:51:23.649
(Hr. Fischer) Das ist ja auch eine Aussage.

00:51:25.181 --> 00:51:27.977
Herr Gernhardt fragt ist es repräsentativ,

00:51:28.002 --> 00:51:30.561
dass die Budgeteinnahmen nur den deutlich

00:51:30.586 --> 00:51:31.850
kleineren Teil ausmachen?

00:51:32.992 --> 00:51:34.609
Nein, das ist sicher nicht

00:51:36.532 --> 00:51:39.062
in der Übersicht einfach mal eine Ausnahme gewesen.

00:51:39.062 --> 00:51:42.512
In der Regel ist es so, dass die Budgets 80 % etwa

00:51:42.542 --> 00:51:46.892
ausmachen oder die Budgeteinnahmen und vielleicht 20 %

00:51:46.892 --> 00:51:50.162
von externen Leistungsträgern kommen.

00:51:50.792 --> 00:51:52.832
Also in der Regel ist es so, dass der ganz überwiegende

00:51:52.832 --> 00:51:56.912
Teil durch das nordfriesische Budget abgedeckt wird.

00:51:59.878 --> 00:52:01.964
Ja, das war, glaube ich, dass dann hier

00:52:01.989 --> 00:52:04.252
irgendwie ein Ausnahmefall, der dann hier dargestellt ist.

00:52:05.207 --> 00:52:07.389
(Hr. Fischer) Herr Mühlstedt fragt gelingt es auch,

00:52:07.414 --> 00:52:10.657
das Einrichtungen der Eingliederungshilfe in Ihrem Kreis

00:52:10.682 --> 00:52:13.690
auch Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen

00:52:14.213 --> 00:52:16.772
verlässlich annehmen und sich als zuständig

00:52:16.772 --> 00:52:18.138
verantwortlich erklären?

00:52:18.272 --> 00:52:19.690
Wie gelingt dies konkret?

00:52:19.715 --> 00:52:23.072
Was ist der konkrete Anreiz für die Leistungserbringer,

00:52:23.102 --> 00:52:26.702
die eigene Autonomie an der Stelle zu beschränken?

00:52:26.732 --> 00:52:28.330
Und wie wird das kommuniziert?

00:52:31.107 --> 00:52:32.572
(Hr. Grelck) Also das gelingt Menschen mit

00:52:32.597 --> 00:52:36.744
herausfordernden Verhalten auch, dass sie ja versorgt

00:52:36.745 --> 00:52:38.081
werden in Nordfriesland.

00:52:39.170 --> 00:52:41.193
Das gelingt zum einen über diese

00:52:41.289 --> 00:52:44.142
kollegiale Fachberatung, wo wir gemeinsam sitzen,

00:52:44.382 --> 00:52:48.162
Leistungserbringer und Leistungsträger, man sich ja

00:52:48.162 --> 00:52:49.727
auch gemeinsam verpflichtet hat,

00:52:50.196 --> 00:52:51.403
die Menschen hier zu versorgen.

00:52:51.428 --> 00:52:52.882
Auch die herausfordernden Fälle,

00:52:52.907 --> 00:52:55.050
sag ich mal mit herausfordernden Verhalten.

00:52:55.748 --> 00:52:57.146
Da haben wir keine Probleme,

00:52:57.147 --> 00:52:58.905
das ist eben auch eine Frage,

00:52:58.930 --> 00:53:01.092
die ich immer häufiger höre sozusagen.

00:53:02.485 --> 00:53:05.412
Klar, wenn ich ein Budget habe und deshalb auch mein

00:53:05.412 --> 00:53:08.705
Geld schon auf der sicheren Seite habe, welchen Anreiz

00:53:08.730 --> 00:53:10.932
habe ich dann noch, vielleicht einen schwierigen

00:53:10.957 --> 00:53:13.873
Anführungszeichen Fall zu übernehmen?

00:53:14.502 --> 00:53:15.522
Aber das gelingt.

00:53:15.705 --> 00:53:18.329
Also da haben alle diese gemeinsame Verantwortung,

00:53:18.354 --> 00:53:20.881
die gemeinsame Hilfeplanverantwortung,

00:53:20.906 --> 00:53:22.793
sozusagen die kooperative Hilfeplanung.

00:53:23.547 --> 00:53:24.794
Die nehmen auch alle wahr.

00:53:27.265 --> 00:53:31.422
Der Anreiz für die Leistungserbringer sozusagen ein

00:53:31.422 --> 00:53:33.882
Stück weit die Autonomie.

00:53:33.882 --> 00:53:37.452
Oder die ja sich sozusagen da abzugeben,

00:53:37.899 --> 00:53:40.714
liegt eben darin, dass die Leistungserbringer

00:53:41.039 --> 00:53:42.961
eine deutlich höhere Flexibilität in

00:53:42.986 --> 00:53:45.296
ihrer Arbeit wahrnehmen, dadurch, dass sie eben

00:53:45.321 --> 00:53:47.458
ein Budget haben, dass sie Planungssicherheit haben,

00:53:47.483 --> 00:53:49.889
dass sie ein Stück weit freie Verfügbarkeit haben

00:53:49.890 --> 00:53:50.881
dieses Budgets.

00:53:51.132 --> 00:53:53.320
Natürlich muss immer die Versorgung der Menschen

00:53:53.345 --> 00:53:54.252
gesichert sein.

00:53:55.107 --> 00:53:58.658
Aber trotzdem besteht, glaube ich, deutlich mehr

00:53:58.683 --> 00:54:00.592
Flexibilität mit diesem Budget

00:54:00.836 --> 00:54:03.217
als mit den Einzelfallhilfen.

00:54:04.223 --> 00:54:07.896
Und das ist der Anreiz für die Leistungserbringer.

00:54:07.921 --> 00:54:10.336
Wie gesagt, wir sind am Anfang gestartet,

00:54:10.361 --> 00:54:11.745
mit etwa der Hälfte der Einrichtungen

00:54:11.770 --> 00:54:13.330
oder der Dienste in Nordfriesland,

00:54:13.331 --> 00:54:14.514
die teilgenommen haben,

00:54:14.539 --> 00:54:17.352
und inzwischen sind es ja mindestens deutlich

00:54:17.352 --> 00:54:19.944
über 80, ich glaube schon deutlich über 90 %

00:54:19.969 --> 00:54:23.297
der Anbieter, die teilnehmen an dem Budget.

00:54:23.640 --> 00:54:25.752
Das zeigt, dass die Vorteile auch von den

00:54:25.752 --> 00:54:27.162
Leistungserbringern gesehen werden.

00:54:27.904 --> 00:54:29.267
(Hr. Fischer) Vielen Dank. Eine weitere Frage

00:54:29.292 --> 00:54:32.537
Welche Auswirkungen hat die Umsetzung des BTHG mit

00:54:32.562 --> 00:54:35.250
anderen und teilweise teilweisen neuen Leistungen auf

00:54:35.275 --> 00:54:38.954
die Budgets? Können die 2 % weiterhin gehalten werden?

00:54:43.865 --> 00:54:45.729
(Hr. Grelck) Ja, also im Grundsatz können

00:54:45.754 --> 00:54:46.929
die gehalten werden.

00:54:48.546 --> 00:54:50.782
Ich gebe zu, dass wir auch gerade bei den Werkstätten.

00:54:50.782 --> 00:54:53.359
Da hatten wir aber auch einen deutlichen Nachholbedarf.

00:54:53.384 --> 00:54:55.072
Und die Werkstätten sind auch noch nicht so lange jetzt

00:54:55.072 --> 00:54:55.970
im Budget.

00:54:56.681 --> 00:54:58.785
Da haben wir jetzt auch Steigerungsraten gehabt,

00:54:58.810 --> 00:55:00.922
die lagen über 2 %, weil wir teilweise auch

00:55:00.952 --> 00:55:02.992
neue Personalschlüssel jetzt angesetzt haben.

00:55:02.992 --> 00:55:05.452
Beispielsweise im sozialen Dienst der Werkstätten,

00:55:06.652 --> 00:55:09.742
haben wir die Personalschlüssel teilweise verdoppelt,

00:55:11.272 --> 00:55:13.130
sodass dort einfach auch Erhöhungen

00:55:13.155 --> 00:55:14.992
stattgefunden haben. Das ist richtig.

00:55:14.992 --> 00:55:16.612
Das hat auch was mit dem BTHG zu tun.

00:55:16.612 --> 00:55:18.138
Das hatte aber auch was damit zu tun,

00:55:18.163 --> 00:55:20.368
dass insgesamt in Schleswig Holstein.

00:55:21.491 --> 00:55:23.521
Wir haben ja eine gemeinsame Koordinierungsstelle

00:55:23.546 --> 00:55:25.526
für alle Kreise, die die Leistungs und

00:55:25.552 --> 00:55:28.792
Vergütungsvereinbarung verhandelt, dass da über Jahre,

00:55:28.822 --> 00:55:31.312
vielleicht sogar Jahrzehnte auch Nachholbedarf bestand,

00:55:31.342 --> 00:55:34.512
der dann jetzt ein Stück weit bei uns zumindest erstmal

00:55:34.542 --> 00:55:37.002
aufgelöst wurde, der wahrscheinlich aber auch im Laufe

00:55:37.002 --> 00:55:38.929
der Zeit dann bei den anderen Kreisen

00:55:38.954 --> 00:55:41.941
aufgelöst werden muss.

00:55:42.750 --> 00:55:46.947
Deshalb gab es auch Steigerungen jetzt,

00:55:47.701 --> 00:55:50.169
die dieses Jahr oder letztes Jahr stattgefunden haben.

00:55:50.838 --> 00:55:52.482
Wir gehen aber davon aus, dass jetzt auch wieder

00:55:52.512 --> 00:55:56.502
mit den 2 % generell dann gearbeitet wird.

00:55:57.174 --> 00:55:59.532
Und bei den meisten Einrichtungen konnten wir auch die

00:55:59.532 --> 00:56:03.492
2 % als ausreichend halten.

00:56:03.522 --> 00:56:04.897
Wie gesagt, wir haben ja immer einen guten

00:56:04.922 --> 00:56:08.583
Überblick darüber, das am Ende dann ein Überschuss steht.

00:56:09.003 --> 00:56:11.016
Und wenn das Budget auskömmlich ist und ein

00:56:11.041 --> 00:56:13.720
Überschuss besteht, gibt es erstmal ja auch keinen Grund,

00:56:13.745 --> 00:56:15.793
das Budget nach oben hin anzupassen

00:56:15.952 --> 00:56:17.202
über die 2 % hinaus.

00:56:18.012 --> 00:56:19.465
(Hr. Fischer) Eine Frage, die sich daran anschließt

00:56:19.490 --> 00:56:21.417
und eine Teilnehmerin. Ich glaube, das wird damit schon

00:56:21.442 --> 00:56:22.552
ein bisschen beantwortet.

00:56:22.927 --> 00:56:25.779
Also die ursprünglichen Budgets werden doch

00:56:25.944 --> 00:56:28.427
aber über Fallzahlen festgelegt, richtig?

00:56:28.648 --> 00:56:30.608
Findet dann nicht vorab das Feilschen

00:56:30.633 --> 00:56:32.298
um die Höhe des Budgets statt?

00:56:35.362 --> 00:56:36.769
(Hr. Fischer) Ja, also am Anfang wurden die mal

00:56:36.794 --> 00:56:38.513
festgelegt über Fallzahlen,

00:56:38.538 --> 00:56:40.121
bzw. eigentlich gar nicht über Fallzahlen,

00:56:40.146 --> 00:56:42.729
sondern ja, dass wir einfach mal ausgewertet haben

00:56:42.754 --> 00:56:46.512
2011 oder anhand der Ausgaben 2011.

00:56:46.542 --> 00:56:48.491
Wie hoch waren denn die Ausgaben oder wie hoch waren

00:56:48.516 --> 00:56:49.932
denn sozusagen unsere Ausgaben an

00:56:49.957 --> 00:56:53.112
 die Leistungserbringer? Mit den Zahlen sind wir dann in

00:56:53.137 --> 00:56:54.962
Gespräche gegangen über Budgets.

00:56:55.374 --> 00:56:57.522
Dann wurde von Seiten der Leistungserbringer teilweise

00:56:57.522 --> 00:57:01.856
noch eingewandt, dass wir besondere Situation bestand,

00:57:01.881 --> 00:57:03.312
man vielleicht weniger Fälle hatte in dem Jahr.

00:57:03.337 --> 00:57:04.662
Und dann hat man gesagt okay, dann packen wir

00:57:04.662 --> 00:57:06.822
noch ein bisschen was drauf, wenn das so

00:57:06.822 --> 00:57:09.392
nachvollziehbar war. Oder man hat eben, wir haben eben

00:57:09.417 --> 00:57:12.822
auch gesagt, na ja, dauerhaft ist ja mit weniger Fällen

00:57:12.852 --> 00:57:15.102
eher zu rechnen, da müssen wir was davon runter nehmen.

00:57:15.773 --> 00:57:19.852
So haben wir dann damals 2011, die Budgets

00:57:19.962 --> 00:57:22.668
oder 2013 oder 2000 Ende 2012

00:57:22.693 --> 00:57:24.732
war es genau gesagt festgelegt.

00:57:25.422 --> 00:57:29.782
Und ein Feilschen um Budgets haben wir ja insofern nicht,

00:57:29.782 --> 00:57:31.702
weil sie ja festgelegt sind.

00:57:32.152 --> 00:57:33.922
Sie schreiben sich ja immer fort.

00:57:33.952 --> 00:57:36.892
Wir haben da eine feste Steigerung vereinbart um 2 %.

00:57:38.449 --> 00:57:41.722
Und nur dann, wenn eben eine Preissteigerung oder eine

00:57:41.722 --> 00:57:45.532
Falltage Steigerung besteht, dann können wir relativ

00:57:45.532 --> 00:57:50.332
konkret auch anhand der Abrechnungen auswerten,

00:57:50.635 --> 00:57:52.522
Wo besteht denn ein Anpassungsbedarf?

00:57:52.792 --> 00:57:54.862
Und wenn man dann sagt, okay, wir haben jetzt eine

00:57:54.862 --> 00:57:59.302
Steigerung der Tarifverträge um 3 % oder um 4 % und das

00:57:59.302 --> 00:58:03.232
hat dann im Zusammenspiel mit einer Steigerung der

00:58:03.232 --> 00:58:05.962
Falltage um soundsoviel Prozent eben auch zu einer

00:58:05.962 --> 00:58:08.692
Erhöhung der Aufwendungen geführt.

00:58:09.095 --> 00:58:11.842
Dann kann man das ja entsprechend auch berücksichtigen.

00:58:11.872 --> 00:58:14.152
Also es ist kein Feilschen, sondern wir versuchen das

00:58:14.152 --> 00:58:18.262
dann sehr klar auf Grundlage der Daten dann

00:58:18.262 --> 00:58:20.641
auszuwerten und dann eben darauf

00:58:21.073 --> 00:58:23.041
die Budgetsteigerung vorzunehmen,

00:58:23.066 --> 00:58:27.337
wenn man denn mal eine gesonderte Budgetsteigerung

00:58:27.362 --> 00:58:29.887
über die 2 % hinaus vornimmt.

00:58:30.622 --> 00:58:32.098
(Hr. Fischer) Danke. Eine weitere Frage.

00:58:32.123 --> 00:58:33.594
Darf ich noch eine?

00:58:33.892 --> 00:58:36.896
(Hr. Bunzel) Ja, Ich schaue nur ein bisschen auf die Uhr.

00:58:36.921 --> 00:58:38.272
Vielleicht noch ein, zwei Fragen dann.

00:58:38.863 --> 00:58:39.633
(Hr. Fischer) Genau.

00:58:39.658 --> 00:58:41.277
(Hr. Bunzel) Wir sind jetzt schon eigentlich über der Zeit.

00:58:41.302 --> 00:58:43.721
(Hr. Fischer) Genau, wir hatten ja Herr Grelck gefragt,

00:58:43.746 --> 00:58:46.446
der hat ja nur fünf Minuten mehr, dass wir noch zwei,

00:58:46.471 --> 00:58:48.172
drei Fragen, weil es sind wirklich viele Fragen.

00:58:48.197 --> 00:58:50.692
Wir bedanken uns. Wie gesagt, wir können leider nicht

00:58:50.692 --> 00:58:52.227
alle aufnehmen, aber dann weiß ich nicht.

00:58:52.252 --> 00:58:53.761
Die Hamburger Lebenshilfe,

00:58:53.786 --> 00:58:55.905
das Hamburger Lebenshilfewerk fragt

00:58:56.310 --> 00:58:58.418
werden auch andere Zugewinne, zum Beispiel

00:58:58.443 --> 00:59:00.468
Spenden oder Verluste wie zum Beispiel

00:59:00.493 --> 00:59:03.151
Abfindungsleistungen aus Streitfällen

00:59:03.176 --> 00:59:05.842
durch die Budgetverschiebungen gedeckt?

00:59:09.142 --> 00:59:10.992
(Hr. Grelck) Na ja, also Spenden oder so etwas würde

00:59:11.017 --> 00:59:14.658
natürlich bei den Einnahmen als sonstige betriebliche

00:59:14.869 --> 00:59:17.761
Einnahme auch angerechnet oder aufgeführt werden.

00:59:19.296 --> 00:59:20.946
Das findet sich da schon wieder.

00:59:22.219 --> 00:59:23.812
Grundsätzlich ist es so, dass eigentlich,

00:59:24.207 --> 00:59:27.212
was heißt eigentlich, dass alle Einnahmen,

00:59:27.237 --> 00:59:29.302
alle Erträge und alle Aufwendungen

00:59:30.208 --> 00:59:34.617
in der Abrechnung auftauchen sollen.

00:59:35.342 --> 00:59:37.473
Insofern würde ich das erst mal so sagen, Ja.

00:59:37.652 --> 00:59:41.704
Ohne dass ich jetzt jeden Einzelfall damit abdecken kann.

00:59:41.729 --> 00:59:44.432
Aber grundsätzlich soll alles dort auftauchen und

00:59:44.432 --> 00:59:46.982
alles angegeben werden und wird nach meiner Kenntnis

00:59:47.882 --> 00:59:49.052
auch so angegeben.

00:59:50.732 --> 00:59:52.210
(Hr. Fischer) Spielen die qualifizierten und

00:59:52.235 --> 00:59:54.698
kompensatorischen Leistungen im Rahmen des Budgets

00:59:54.723 --> 00:59:55.705
noch eine Rolle?

00:59:58.532 --> 00:59:59.822
(Hr. Grelck) Ja, durchaus.

00:59:59.852 --> 01:00:04.562
Also es sind ganz normale Hilfeleistungen und

01:00:06.722 --> 01:00:08.166
das spielt schon noch eine Rolle. Ja.

01:00:09.452 --> 01:00:11.312
(Hr. Fischer) Wie sieht der Bewilligungsbescheid an den

01:00:11.312 --> 01:00:12.782
Leistungsberechtigten aus?

01:00:13.201 --> 01:00:16.367
Und wie hinterlegen Sie monetäre Beträge,

01:00:16.538 --> 01:00:18.489
die nicht ausbezahlt werden,

01:00:18.764 --> 01:00:21.370
aber für die Leistungsgruppen und für den

01:00:21.395 --> 01:00:24.473
Teilhabeplanverfahrensbericht erforderlich sind?

01:00:27.757 --> 01:00:30.993
Also der Bewilligungsbescheid sieht so aus,

01:00:31.018 --> 01:00:32.625
dass in den Bescheiden steht:

01:00:33.794 --> 01:00:37.992
Sehr geehrter Herr X, es wird werden Ihnen Leistungen

01:00:37.992 --> 01:00:39.505
der Eingliederungshilfe bewilligt.

01:00:39.577 --> 01:00:42.527
Mit freundlichen Grüßen Ihre Eingliederungshilfe.

01:00:42.552 --> 01:00:48.840
So in etwa. Und dann wird auf den Hilfeplan

01:00:48.865 --> 01:00:51.449
bzw. Teilhabeplan Bezug genommen.

01:00:51.474 --> 01:00:54.441
Da sind ja die Ziele festgelegt und das ist dann

01:00:54.466 --> 01:00:56.112
sozusagen die Hilfegewährung.

01:00:56.802 --> 01:00:57.865
Das hat bisher auch

01:00:57.866 --> 01:00:59.504
vorm Sozialgericht immer standgehalten.

01:00:59.529 --> 01:01:02.112
Nur weil ich bin selbst Jurist und

01:01:03.252 --> 01:01:04.658
dann immer wieder die Fragen kommen

01:01:04.683 --> 01:01:06.722
ist das denn hinreichend bestimmt?

01:01:07.272 --> 01:01:08.834
Bisher hat das stand gehalten.

01:01:11.211 --> 01:01:13.082
Die zweite Frage oder den zweiten Teil habe ich nicht

01:01:13.107 --> 01:01:15.372
so ganz verstanden, weil wir haben da eigentlich keine

01:01:15.771 --> 01:01:18.762
also wie gesagt, wenn ein persönliches Budget oder so

01:01:18.792 --> 01:01:21.553
etwas bewilligt wird, dann wird es ein anderer Bescheid.

01:01:21.578 --> 01:01:22.722
Dann wird auch eine Summe X an

01:01:22.722 --> 01:01:26.292
den Leistungsberechtigten bewilligt.

01:01:27.507 --> 01:01:29.772
Ansonsten haben wir ja keine sonstigen Zahlungen,

01:01:29.772 --> 01:01:30.792
die da noch stattfinden.

01:01:30.822 --> 01:01:34.032
Zumindest nicht bei uns hier, wo noch irgendetwas an

01:01:34.032 --> 01:01:36.852
Geld über das Budget hinaus fließt.

01:01:37.182 --> 01:01:39.376
Wie gesagt, bis auf das persönliche Budget.

01:01:39.401 --> 01:01:42.492
Aber das wird dann ganz normal ausgewiesen in dem

01:01:42.492 --> 01:01:46.392
Bescheid mit der Zielvereinbarung, die dann auch mit

01:01:46.392 --> 01:01:48.582
dem Leistungsberechtigten abgeschlossen wird.

01:01:48.870 --> 01:01:50.832
Aber ansonsten wüsste ich nicht, wo noch sonstige

01:01:50.832 --> 01:01:55.212
weitere monetäre Beträge oder

01:01:56.171 --> 01:01:59.507
Verabredungen bestehen sollten über das Budget hinaus.

01:01:59.532 --> 01:02:00.634
Das haben wir nicht.

01:02:00.912 --> 01:02:03.167
(Hr. Fischer) decken die auch Leistungen der

01:02:03.192 --> 01:02:05.161
Schulbegleitung für behinderte Kinder

01:02:05.186 --> 01:02:07.186
mit diesen Sozialraumbudgets ab?

01:02:08.262 --> 01:02:12.012
Ja, das machen wir auch.

01:02:12.642 --> 01:02:19.436
Das erfolgt im Wesentlichen auch über Poolleistungen

01:02:20.172 --> 01:02:22.462
Wir finanzieren dort.

01:02:22.492 --> 01:02:25.192
Das passiert bei uns aber hier über die Jugendhilfe im

01:02:25.192 --> 01:02:26.392
im Kreis Nordfriesland.

01:02:26.992 --> 01:02:30.543
Dann nicht Einzelfallhilfen pro Kind sozusagen,

01:02:30.568 --> 01:02:32.801
sondern wir finanzieren den Schulen

01:02:33.856 --> 01:02:39.850
ein, zwei drei, Sozialpädagogen für diese Schulbegleitung,

01:02:40.654 --> 01:02:44.241
die dann eben im Rahmen einer Poollösung

01:02:44.242 --> 01:02:47.105
dann die Versorgung der Kinder,

01:02:47.272 --> 01:02:49.732
der Schülerinnen und Schüler vornehmen.

01:02:50.859 --> 01:02:52.505
(Hr. Fischer) Gut. Eine längere Frage würde ich

01:02:52.530 --> 01:02:55.305
noch nehmen und dann sind wir am am Ende?

01:02:55.973 --> 01:02:59.200
W. Eichele fragt Einrichtungsbudgets.

01:02:59.225 --> 01:03:02.341
Begünstigt das nicht die Fortführung des alten Systems?

01:03:02.366 --> 01:03:05.962
Also der Leistungserbringer erhält Pauschalbeträge

01:03:05.962 --> 01:03:08.572
und sorgt für eine personzentrierte Unterstützung

01:03:08.572 --> 01:03:10.792
je nach Bedarf oder eben auch nicht.

01:03:11.008 --> 01:03:13.672
Gerade bei diesen Einrichtungen vielerorts nicht

01:03:13.672 --> 01:03:16.132
geklappt hat, steht doch die Sicherstellung

01:03:16.132 --> 01:03:18.139
personenzentrierter Leistungen

01:03:18.140 --> 01:03:19.986
jetzt im Mittelpunkt des Interesses.

01:03:20.049 --> 01:03:22.382
Deshalb die Frage: Wie kontrolliert

01:03:22.412 --> 01:03:25.641
bzw. gewährleistet der Leistungsträger bei

01:03:25.666 --> 01:03:28.816
bei Einrichtungsbudgets, dass Ziele und abgeleitete

01:03:28.841 --> 01:03:32.432
Maßnahmen für einzelne Leistungsberechtigte tatsächlich

01:03:32.432 --> 01:03:33.502
umgesetzt werden?

01:03:35.972 --> 01:03:38.809
(Hr. Fischer) Diese Frage begegnet

01:03:38.834 --> 01:03:40.569
mir auch immer mal wieder.

01:03:41.876 --> 01:03:45.092
Ich persönlich bin der festen Überzeugung und das ist

01:03:45.092 --> 01:03:48.271
auch hatte ich auch die BSG Rechtsprechung

01:03:48.296 --> 01:03:53.197
schon mal genannt. Wir müssen den Geldbetrag,

01:03:53.492 --> 01:03:56.221
der von dem der Leistungsberechtigte in der Regel ja

01:03:56.246 --> 01:03:58.832
nichts sieht. Also es nützt dem Leistungsberechtigten ja

01:03:58.832 --> 01:04:00.692
überhaupt nichts, wenn er weiß, ich kriege meine

01:04:00.692 --> 01:04:03.157
Einrichtung oder mein Dienstgeber kriegt von mir,

01:04:03.182 --> 01:04:05.849
kriegt vom Kreis 5.000 € im Monat,

01:04:06.246 --> 01:04:07.394
damit ich versorgt werde.

01:04:07.778 --> 01:04:09.376
Denn die 5.000 € bekommt er ja nicht,

01:04:09.401 --> 01:04:11.102
die bekommt ja die Einrichtung oder der Dienst.

01:04:11.762 --> 01:04:14.492
Also wir müssen sozusagen diesen Geldbetrag trennen von

01:04:14.492 --> 01:04:18.194
der Sachleistung, von der fachlichen Betreuungsleistung.

01:04:18.615 --> 01:04:21.883
Und maßgeblich ist nach meiner Einschätzung

01:04:22.573 --> 01:04:24.801
auf diese fachliche Betreuungsleistung zu achten,

01:04:24.826 --> 01:04:27.732
dass die Person zentriert erfolgt, wenn das

01:04:27.732 --> 01:04:30.071
damit gemeint ist. Also es kommt nicht darauf an,

01:04:30.096 --> 01:04:32.041
dass der Geldbetrag nun ausgewiesen wird.

01:04:32.082 --> 01:04:33.665
Daran macht sich ja nicht eine fachlich

01:04:33.666 --> 01:04:34.576
gute Betreuung aus,

01:04:34.601 --> 01:04:36.448
nur weil der Geldbetrag höher oder niedriger ist,

01:04:36.473 --> 01:04:38.292
sondern der macht sich eben am Einsatz und an der

01:04:38.292 --> 01:04:40.872
fachlichen Qualität der Einrichtung fest.

01:04:41.515 --> 01:04:43.049
Und wie gesagt, wir haben diese

01:04:43.074 --> 01:04:45.601
gemeinsame kollegiale Fachberatung, wo das

01:04:45.626 --> 01:04:49.078
Unterstützungssetting festgelegt wird, wo dann aber auch

01:04:49.103 --> 01:04:52.193
nachher die Auswertung der Zielerreichung erfolgt.

01:04:53.993 --> 01:04:56.862
Und da lässt sich schon relativ gut und genau gemeinsam

01:04:56.862 --> 01:05:00.313
in diesem Gremium festlegen und auswerten,

01:05:00.557 --> 01:05:02.553
dass die Ziele eben personenzentriert,

01:05:02.704 --> 01:05:04.336
Ausrichtung am Willen des Betroffenen.

01:05:04.361 --> 01:05:06.681
Das ist ja auch der Grundsatz der Hilfeplanung,

01:05:07.212 --> 01:05:08.279
dass das umgesetzt wird.

01:05:08.304 --> 01:05:11.920
Also wir haben dort schon auch

01:05:11.945 --> 01:05:16.001
fachliche Controlling - Instrumente, die im Rahmen eben

01:05:16.026 --> 01:05:17.207
dieser kollegialen Fachberatung,

01:05:17.232 --> 01:05:19.698
der Sozialraumkonferenzen, die einmal im Monat tagen,

01:05:20.067 --> 01:05:23.881
dann auch greifen und wo dann auch auffallen würde,

01:05:24.387 --> 01:05:27.714
wenn die Leistung nicht so ist.

01:05:27.822 --> 01:05:32.275
Nicht personenzentriert ist und nicht dem Standard,

01:05:32.300 --> 01:05:35.316
den die wir gern erreichen möchten, entspricht.

01:05:35.783 --> 01:05:36.852
Wie gesagt, wir sind auch dabei noch

01:05:36.852 --> 01:05:41.472
Entwicklungscontrolling aufzubauen mit Indikatoren usw.

01:05:43.152 --> 01:05:45.552
Das ist auch etwas, was noch passiert.

01:05:45.552 --> 01:05:48.402
Aber wir sind auch nicht ein so großer Kreis, dass wir

01:05:48.432 --> 01:05:50.442
sozusagen jetzt schwarze Schafe, wenn das jetzt nicht

01:05:50.442 --> 01:05:52.362
funktionieren würde, dass das nicht auffallen würde,

01:05:52.362 --> 01:05:54.500
das würde relativ schnell auffallen bei uns,

01:05:54.616 --> 01:05:57.156
wenn Einrichtungen oder Dienste nicht

01:05:57.181 --> 01:05:58.883
die entsprechende Qualität anbieten würde.

01:05:58.908 --> 01:06:00.738
Das würde sehr schnell auffallen bei uns.

01:06:01.212 --> 01:06:04.228
(Hr. Fischer) Vielen Dank. Eine schnelle Ja Nein Antwort

01:06:04.294 --> 01:06:07.247
Heißt es, dass ausschließlich ambulante Einrichtungen

01:06:07.272 --> 01:06:09.575
der Eingliederungshilfe das Budget nutzen können?

01:06:09.702 --> 01:06:10.252
(Hr. Grelck) Nein.

01:06:11.069 --> 01:06:13.812
(Hr. Fischer) Okay. Gut, dann

01:06:13.837 --> 01:06:16.346
Da waren jetzt ein paar Fragen immer noch offen.

01:06:16.371 --> 01:06:17.319
Aber ich glaube, wir müssen langsam.

01:06:17.344 --> 01:06:18.736
(Hr. Bunzel) Ein paar Fragen sind offen geblieben.

01:06:18.761 --> 01:06:20.219
Aber wir sind jetzt schon gut über der Zeit.

01:06:20.244 --> 01:06:23.242
Ich bedanke mich recht herzlich bei Herrn Grelck

01:06:23.242 --> 01:06:25.056
nicht nur für diesen interessanten Vortrag,

01:06:25.081 --> 01:06:27.417
sondern dass er anschließend auch noch Rede und Antwort

01:06:27.822 --> 01:06:31.128
gestanden hat bei den Fragen der Teilnehmer.

01:06:31.153 --> 01:06:34.945
Und ich bedanke mich bei Ihnen, Herr Fischer,

01:06:35.902 --> 01:06:39.292
für die Co-Moderation mit den Fragen und Antworten.

01:06:40.912 --> 01:06:44.542
Herzlichen Dank für alle, die teilgenommen haben an

01:06:44.542 --> 01:06:47.290
dieser Veranstaltung für Ihr Interesse,

01:06:47.315 --> 01:06:50.635
auch für die Fragen, die so zahlreich eingegangen sind.

01:06:51.460 --> 01:06:55.912
Und ja, ich verabschiede mich und wünsche

01:06:55.912 --> 01:06:58.222
Ihnen noch einen schönen Freitag.

01:06:58.222 --> 01:07:01.822
Und ja, vielleicht demnächst mal bei einer neuen Online

01:07:01.822 --> 01:07:03.881
Fachdiskussion sehen wir uns wieder.