Podiumsdiskussion Rehaträger

Podiumsdiskussion

Leistungen wie aus einer Hand - was bleibt dafür zu tun?

In der zweiten Podiumsrunde der Bilanzveranstaltung saßen Vertreterinnen und Vertreter der Rehabilitationsträger GKV-Spitzenverband, Bundesagentur für Arbeit, Deutscher Rentenversicherung und der Unfallkassen zusammen.

Das Bild zeit die Teilnehmender Podiumsdiskussion zum Thema "Leistungen wie aus einer Hand - was bleibt dafür zu tun". Von links nach rechts: Jürgen Ritter, Fachbereichsleiter Abteilung Rehabilitation Deutsche Rentenversicherung Bund, Prof. Dr. Helga Seel, Geschäftsführerin der BAR, Dominik Heydweiler, Leiter Bezirkverwaltung Berlin der VBG, Claudia Reif, Bereichsleiterin Rehabilitation Bundesagentur für Arbeit, Gernot Kiefer, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes, und die Moderatorin Dr. Julia Kropf.

© Deutscher Verein

An der Gesprächsrunde nahmen (v.l.) teil: Jürgen Ritter, Fachbereichsleiter Abteilung Rehabilitation Deutsche Rentenversicherung Bund, Prof. Dr. Helga Seel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR), Dominik Heydweiler, Leiter Bezirkverwaltung Berlin der VBG, Claudia Reif, Bereichsleiterin Rehabilitation Bundesagentur für Arbeit, und Gernot Kiefer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes.

Die Podiumsteilnehmenden waren sich darin einig, dass das BTHG alle Beteiligten in Bewegung gebracht habe. Eines der sichtbaren Ergebnisse dessen sei die "Gemeinsame Empfehlung Reha-Prozess" der BAR. Die Arbeit an der Gemeinsamen Empfehlung habe die Gelegenheit geboten, die Abläufe der jeweils anderen Rehaträger und die unterschiedlichen Systemlogiken besser kennenzulernen. Ziel sei es gewesen, einen Prozess zu beschreiben, der Menschen mit ihren jeweils individuellen Ansprüchen durch das komplexe System führt.

Die Diskutierenden hielten zudem übereinstimmend fest, dass die "Gemeinsame Empfehlung Reha-Prozess" nur einen Anfang für die Umsetzung vor Ort bilden könne. Kommunikation und Pragmatismus im Sinne der Menschen mit Behinderungen sind nach ihrer Auffassung Schlüsselfaktoren bei der Umsetzung in die Praxis. Die Übermittlung des Paradigmenwechsels an jeden einzelnen Arbeitsplatz der Sachbearbeitenden vor Ort  ist ein Prozess der allerdings noch andauert. Die Podiumsteilnehmenden selbst tun im Rahmen ihrer jeweiligen Strukturen alles, um die Prozesse im Sinne der Menschen zu optimieren und bitten ausdrücklich darum, Probleme zu artikulieren, wo sie bestehen.

Sie äußerten den Wunsch nach mehr Beteiligung der Träger der Eingliederungshilfe an den Prozessen bei der BAR. So könnten bestehende Kooperationsdefizite behoben und gegebenenfalls die Gemeinsame Empfehlung genauer im Hinblick auf die Besonderheiten der Eingliederungshilfe beleuchtet und erforderlichenfalls überarbeitet werden.

Unabhängig davon kann jeder Träger der Eingliederungshilfe die GE Rehaprozess unterschreiben oder sich zumindest daran orientieren. Das wäre unter arbeitsökonomischen Gesichtspunkten sinnvoller, als jeweils vor Ort mit den übrigen Beteiligten ein je eigenes Verständnis des Verfahrens entwickeln zu müssen.

Für den Systemwechsel zum 1. Januar 2020 formulierten die Podiumsteilnehmenden folgende Wünsche:

  • Die Umsetzungsprozesse in der Eingliederungshilfe selbst sollten so weit abgeschlossen sein, um sich trägerübergreifenden Fragen widmen zu können.
  • Die Anerkennung der Öffentlichkeit, dass die Beteiligten guten Willens sind und sich auf auf den Weg gemacht haben.
  • Verständnis dafür dass die Umsetzung in die regelhafte Verwaltungspraxis voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Angesichts der Komplexität der Rehalandschaft sei es nicht möglich, dass der Prozess sofort überall funktioniere. Die Hoffnung sei, dass Betroffene im Jahr 2030 tatsächlich Leistungen „wie aus einer Hand“ erhielten.