Landkreis Mainz-Bingen

Modellprojekt

Landkreis Mainz-Bingen


Georg-Rückert-Straße 11
55218 Ingelheim

Kurzbeschreibung

Im Rahmen des Modellprojektes wird eng mit vollstationären Einrichtungen zusammengearbeitet.

In der Region sind verschiedene Träger für unterschiedliche Zielgruppen tätig. Wohnangebote sind bzw. werden teilweise kleinräumig ausgerichtet. Durch die unterschiedlichen Zielgruppen der stationären Angebote soll ein repräsentatives Bild erreicht werden.

1. Es hat eine Auswahl und Einbindung der zu untersuchenden Einrichtungen (unterschiedliche Zielgruppen und konzeptionelle Ausrichtung); Sicherstellung eines repräsentativer Querschnitt der Leistungsberechtigten stattgefunden. Derzeit besteht ein großes Interesse mehrerer weiterer Anbieter an einer Einbindung in das Projekt.

2. Fiktive Umstellung des bisherigen stationären Vergütungssatz auf BTHG-konforme Entgeltstrukturen bei klarer Trennung existenzsichernder Leistungen Hier haben erste Gespräche mit Anbietern  stationärer Wohnangebote stattgefunden. Mit den Anbietern wurden Eckpunkte für eine Systemumstellung verabredet. Dies betrifft insbesondere folgende Punkte:

  • Zuordnung der Flächen der Wohneinrichtung: einrichtungsabhängig (tw. auch noch kleingliedriger) erfolgte eine Festlegung welche Flächen der existenzsichernden Leistungen zuzuordnen sind, welche Flächen der Fachleistung zugeordnet werden und wie mit so genannten Mischflächen umgegangen wird (z.B. prozentuale Verteilung auf Fachleistung und Existenzsicherung).
  • Grundlagen für die Finanzierung der existenzsichernden Leistungen, insbesondere des zu Grunde zu legenden örtlichen Mietpreisspiegels
  • hierauf basierend erfolgt derzeit eine Berechnung der individuellen Mietkosten der Bewohner*innen (Wvl: Okt. 2018)
  • Eckpunkte für die Finanzierung der Fachleistung wurden Anbieterspezifisch festgelegt. Hierbei wurden – abhängig vom jeweiligen Wohnangebot unterschiedliche Finanzierungsformen der zukünftigen besonderen Wohnangebote angedacht.

Erste Erkenntnisse:
Die Fachleistung setzt sich aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen:

  • Aufwendungen für Flächen der Wohneinrichtungen, die nicht der Existenzsicherung zuzuordnen sind einschließlich des prozentualen Anteils der „Mischflächen“. Thematik der Investkosten sind bei der Berechnung zu berücksichtigen. Diese Aufwendungen sind in Form eines monatlichen/kalendertäglichen Betrages pro Bewohner*in unabhängig vom individuellen bedarf umzulegen.
  • gepoolte Leistungen: Der Umfang der gepoolten Leistungen ist sehr stark abhängig von der Zielgruppe und dem konkretem Wohnangebot. Teilweise muss auch innerhalb eines Anbieters / eines Wohnheimes stark differenziert werden. Bei der Einrichtung Z. werden verschiedene Pool-Lösungen zu entwickeln sein. In den Außenwohngruppen und z.B. in dem eher ambulant geprägten Wohnheim in M. ist sicherlich eine individuelle, personenzentrierte Finanzierung möglich und weitestgehend sinnvoll. Die Bewohner*innen organisieren weitestgehend selbstständig ihren Alltag einschließlich der Versorgung mit Mahlzeiten und Wäsche. Hier erscheint – zumindest im Modellprojekt – eine Finanzierung durch Fachleistungsstunden indiziert.

Bei den sehr stationär geprägten Häusern, die sich durch ein besonderes Setting auszeichnen, in dem rund- um die Uhr personal vorgehalten werden muss, erscheint es zielführender, diese Vorhalteleistung zu pauschalieren und durch einen festen Satz abzudecken. Dies betrifft nicht nur die Nachtwache, sondern auch die täglichen Vorhalteleistungen. Eine Individualisierung
wurde diskutiert, jedoch auch im Kontext Dokumentation und personenzentrierte Abrechnung als sehr problematisch gesehen.
Hingegen können individuelle Hilfen und Bedarfe durchaus personenzentriert festgesetzt und abgerechnet werden. Beispiele: Individueller Einkauf, Trainingsmaßnahmen, Wahrnehmung von individuellen oder Gruppenangeboten außerhalb der Wohngruppe (Einzelleistung oder Gruppenleistung). Es hat eine Beschreibung zu erfolgen, welche Leistungen im Setting sichergestellt werden und welche nicht und damit einer personenzentrierten Finanzierung unterliegen. Dies ist auf die jeweiligen Häuser (der Wohneinrichtung) unterschiedlich darzustellen. Im Rahmen der Gesamtplanung ist dies entsprechend festzulegen (Punkt 3).
Bei der Wohneinrichtung M. wird sich der Umfang der gepoolten Leistung voraussichtlich nur auf den Nachtdienst beschränken, trotzt der generell hohen Teilhabebedarfe der Bewohner*innen, da in diesem Wohnsetting in einem hohen Maße die Leistungen individualisierbar darstellbar sind.

3. Ermittlung / Verifizierung der individuellen Teilhabebedarfe als Grundlage für virtuelle Berechnung (Beginn frühestens November 2018)
4. Durchführung der virtuellen Berechnungen

Wirkungsbereich des Projekts

Derzeit: Landkreis Mainz-Bingen + Stadt Mainz; Anfragen von Anbietern mit überregionalen Wohnangeboten an der Einbeziehung in das Projekt liegen vor, hierzu werden Gespräche stattfinden (September + Oktober 2018)

Beschreibung der Einbindung in die vorhandene Verwaltungsstruktur

Themen der Fallbearbeitung

  • Abgrenzung der neuen Leistungen der Eingliederungshilfe